Hockenheim
27.04. - 29.04.2012

Brands Hatch / GB
17.05. - 19.05.2013

Red Bull Ring / A
31.05. - 02.06.2013

Lausitzring
14.06. - 16.06.2013

Norisring
12.07. - 14.07.2013

Moskau / RUS
02.08. - 04.08.2013

Nürburgring
16.08. - 18.08.2013

Oschersleben
13.09. - 15.09.2013

Zandvoort / NL
27.09. - 29.09.2013

Hockenheim
18.10. - 20.10.2013


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Mike Rockenfeller gewinnt das Rennen auf der Insel
Robert Wickens auf dem Treppchen

Vom 17. bis 19. Mai steht die britische Hauptstadt London ganz im Zeichen des Motorsports. Eine Woche vor dem Champions-League-Finale gastiert die DTM in Brands Hatch um ihren zweiten Saisonlauf in Angriff zu nehmen.Nach dem enttäuschenden Saisonauftakt brennt die Audi-Mannschaft auf Wiedergutmachung und setzt dabei auch auf Neuzugang Jamie Green, der in Brands Hatch sein erstes Heimspiel für Audi absolviert. Die DTM fährt in Brands Hatch erneut die kurze Streckenvariante. Der sogenannte „Indy Circuit“ hat deutlich mehr Rechts- als Linkskurven und bietet im Gegensatz zu der langen Parabolika in Hockenheim nur wenige Abschnitte, auf der die Fahrer das DRS wirklich zum Überholen nutzen können. Die 98 Runden am Sonntag fordern von den Fahrern extreme Konzentration. Gleiches gilt auch für die Mannschaft in den Boxen und am Kommandostand. Auf keiner anderen Strecke sind die Strategie und das richtige Timing der beiden Pflichtboxenstopps so wichtig wie in Brands Hatch. Für Gary Paffett ist es an diesem Wochenende ein Heimspiel und er will versuchen wie im Vorjahr ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

Gary Paffett (EURONICS Mercedes AMG C-Coupé): "Mein Heimsieg im vergangenen Jahr in Brands Hatch war einer der schönsten Siege in meiner DTM-Karriere. Vor meinen heimischen Fans und vielen meiner Freunde das Rennen zu gewinnen, war ein fantastisches Gefühl. Letztes Jahr hat mir mein Vodafone McLaren Mercedes Teamkollege Jenson Button den Siegerpokal überreicht - vielleicht ist es ein gutes Omen für mich, dass mein Glücksbringer Jenson an diesem Wochenende erneut in Brands Hatch zu Gast ist. Die Strecke macht mir sehr viel Spaß, ist aber gleichzeitig eine echte Herausforderung für die Fahrer. Paddock Hill Bend ist eine der besten Kurven, die man in einem Rennauto durchfahren kann - einfach unglaublich. Die Streckencharakteristik ist ganz anders als beim Auftaktrennen in Hockenheim. Ich bin gespannt, wie sich die neuen Option-Reifen unter diesen Vorzeichen auf den Rennverlauf auswirken werden. Bei den letzten beiden Rennen in Brands Hatch bin ich jeweils aus der ersten Startreihe losgefahren, hoffentlich kann ich daran in diesem Jahr anknüpfen und erneut um den Sieg kämpfen."

Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: "Die erste Bewährungsprobe des neuen Sportlichen und Technischen Reglements beim Saisonauftakt in Hockenheim hat uns allen ein spannendes und unterhaltsames Rennen beschert. Ich bin überzeugt, dass dies schon am kommenden Wochenende eine Fortsetzung finden wird. Gary Paffett steht bei seinem Heimrennen in Brands Hatch natürlich besonders im Mittelpunkt des Interesses und möchte nur zu gerne seinen Vorjahressieg wiederholen. Aber auch unsere 'Jungen Wilden' aus dem Mercedes-Benz DTM Junior Team haben beim Auftaktrennen in Hockenheim eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum wir ihnen in dieser Saison das Vertrauen schenken. In Brands Hatch traue ich allen fünf Mercedes-Junioren erneut starke Leistungen zu."

Augusto Farfus (BMW Team RBM): "Das Rennen in Brands Hatch wird aus seiner Vielzahl von Gründen interessant. Zunächst einmal werden die 98 Runden auf diesem weniger als zwei Kilometer langen Kurs eine enorme Herausforderung. Wir haben in Hockenheim gesehen, welche Wirkung das neue DRS hat. Das könnte auch in Brands Hatch, wo das Überholen traditionell richtig schwierig ist, für Spannung sorgen. Es war schon 2012 entscheidend, wie man mit dem Verkehr umgegangen ist. Insgesamt wird es ein ereignisreiches Wochenende. Schließlich geht es für mich nach dem DTM-Rennen weiter zum Nürburgring. Denn dort habe ich ja auch noch einen Termin."

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): "Mit solch einem Ergebnis, wie wir es beim Saisonstart in Hockenheim erreicht haben, kann man bei keinem Rennen vorher rechnen. Das wäre absolut vermessen. Aber man kann sehr hart dafür arbeiten, damit ein solches Resultat prinzipiell möglich ist. Das haben die drei Hersteller über den Winter getan. Und wenn es dann wie am vergangenen Wochenende zu einem Doppelsieg für uns kommt, ist die Freude in der Mannschaft natürlich umso größer. Das Qualifying wird in Brands Hatch extrem wichtig. Trotz DRS und Optionsreifen wird es auf dem engen Kurs sehr schwierig zu überholen. Wie schon 2012 werden wir uns nicht dazu hinreißen lassen, vor den Rennen vollmundige Ankündigungen zu machen, sondern erst einmal unsere Hausaufgaben machen und uns akribisch vorbereiten. Dann werden wir sehen, wo wir in Großbritannien nach den 98 Runden stehen."

Jamie Green (Audi Sport Team Abt Sportsline): "Es ist immer etwas ganz Besonderes für mich, vor meinen Landsleuten ein Rennen zu bestreiten – so oft kommt das schließlich nicht vor. Ein bisschen schade, dass wir schon zum zweiten Saisonrennen nach Großbritannien kommen, denn ich bin immer noch dabei, mich bei Audi und meinem Team einzuleben. Aber ich habe ja selbst erleben müssen, dass Audi in der Vergangenheit immer stark war in Brands Hatch – also bin ich optimistisch, dass wir um ein gutes Ergebnis fahren können."

Dieter Gass (Leiter DTM): "Wir reisen optimistisch nach Brands Hatch. In Hockenheim haben wir besonders am Samstag gesehen, dass unser RS 5 DTM grundsätzlich eine gute Performance hat. Das war wichtig. Jetzt liegt es an uns, dieses Potenzial auszuschöpfen. Ich gehe davon aus, dass wir in Brands Hatch ein sehr enges Rennen erleben werden. Die Neuerungen wie DRS kommen dort nicht so zum Zug, weil die Gerade nicht lang genug ist. Aber ich bin mir sicher, die Fans können sich trotzdem auf viele interessante Zweikämpfe freuen."

Das freie Training stand am Samstagmorgen um 10.10 Uhr auf dem Programm. In dieser Session wechselte die Positionen immer wieder. Am Schluß hatten sich drei deutsche Piloten als Schnellste im Feld erwiesen. Marco Wittmann (BMW Team MTEK) hatte nach 53 Runden mit einer Zeit von 41:378 Sekunden das Sagen, gefolgt von Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix) und Timo Scheider (Audi Sport Team Abt). Als bester Mercedes-Pilot befand sich Gary Paffett (Euronics Mercedes AMG) auf Rang neun. Der Tabellenführer Augusto Farfus (BMW Team RBM) musste sich mit Platz sechs zufrieden geben. Dirk Werner (BMW Team Schnitzer) und Christian Vietoris (Mercedes AMG DTM Team), der Zweit- und Drittplatzierte in der Meisterschaft platzierten sich auf den Plätzen elf und vierzehn.

Am Samstagmittag stand dann das Qualifying auf dem Programm. Dieses wird in vier Sitzungen abgehalten. In der ersten Session gehen alle Piloten hinaus auf die Strecke. Hier haben sie 16 Minuten Zeit um sich unter die 16 Schnellsten zu fahren. Als erste begaben sich Mike Rockenfeller und Miguel Molina auf die Strecke. So nach und nach folgten dann die anderen. Bei noch acht Minuten zu fahrender Zeit hatte sich Mike Rockenfeller an die Spitze gesetzt, gefolgt von Miguel Molina und Timo Scheider. Timo Glock, Marco Wittmann und Roberto Merhi waren zu dieser Zeit aus dem Raster herausgefallen. Zwischenzeitlich war Dirk Werner zu weit nach außen gekommen und damit war diese Runde erst einmal gegessen. Martin Tomczyk hatte sich in der Schlußphase mit einer Zeit von 41.450 Sekunden auf Rang eins geschoben.

Bei noch zwei Minuten zu fahrender Zeit hatte Dirk Werner einiges zulegt und nahm nach seiner schnellen Runde mit Rang eins ein. Eine Eine Minute später es dann zur Sache, da wechselten die Führungspositionen immer wieder. Am Ende konnte niemand die Zeit von Marco Wittmann mit 41:389 Minuten knacken. Hinter ihm lagen Miguel Molina und Timo Scheider. Aus dem Raster herausgefallen waren: Christian Vietoris, Jamie Green, Filipe Albuquerque, Pascal Wehrlein und Daniel Juncadella. Sie werden am Sonntag von den Startplätzen 16 bis 20 ins Rennen gehen.

Nach einer Pause von sieben Minuten zogen die 16 übrig gebliebenen Fahrer in Q2 ein. In elf Minuten mussten sich auf Rang eins bis zehn fahren. Mike Rockenfeller begab sich wieder als Erster hinaus, gefolgt von Miguel Molina, Robert Wickens, Adrien Tambay, Dirk Werner und Martin Tomczyk. Nach zwei gefahrenen Runden hatte sich Miguel Molina mit 41:301 Sekunden an die Spitze gefahren. Beim nächstn Umlauf wurde er von Mike Rockenfeller von dieser Position verdrängt. Bei dieser Reihenfolge sollte es nicht bleiben, denn Martin Tomczyk konnte noch einiges zulegen und fuhr sich mit 41:207 Sekunden auf Platz eins. Bei Andy Priaulx hatte man im nachhinein die schnelle Runde gestrichen, da er zu weit nach außen gekommen war. Danach befand er sich nur noch auf Rang vierzehn wieder.

Bei noch fünf Minuten zu fahrender Zeit waren Adrien Tambay, Mattias Ekström, Timo Glock, Marco Wittmann, Dirk Werner und Gary Paffett in der nächsten Session nicht mehr dabei, wenn sie nicht noch weiter nach vorne kommen. In der Zwischenzeit hatte Miguel Molina mit einer Zeit von 41:085 Sekunden das Zepter übernommen, gefolgt von Edoardo Mortara und Martin Tomczyk. Da die Zeit von Timo Glock gestrichen wurde, war er aus dem Raster herausgefallen. Er hatte jetzt nur noch eine Runde zur Verfügung um sich unter die besten zehn zu fahren. Als die Piloten die schwarz/weiß karrierte Flagge sahen, war keiner schneller als Miguel Molina. Hinter ihm lagen Martin Tomczyk und Marco Wittmann. Timo Glock, Gary Paffett, Mattias Ekström, Robert Wickens und Adrien Tambay hatten sich nicht qualifizieren können und nehmen das Rennen von den Rängen elf bis 16 aus auf.

Die zehn Fahrer mussten nach einer Puase von acht Minuten wieder auf die Strecke hinaus, um jetzt die dritte Session in Angriff zu nehmen. Um sich unter die besten vier zu fahren, hatten sie genau elf Minuten Zeit. In Q3 war kein Mercedes-Pilot mehr mit von der Partie. Wie auch in den beiden anderen Sitzungen ging Mike Rockenfeller wieder als Erster hinaus auf die Strecke. Er legte für die anderen die Meßlatte bei einer Zeit von 41:559 Sekunden. Diese wurde aber bei dem Überqueren der Zielinie von Martin Tomczyk getoppt. Nach drei absolvierten Runden hatte er eine Zeit von 41:109 Sekunden gefahren. Als Timo Scheider auf seiner schnellen Runde unterwegs war, hatte er sich zu weit nach außen treiben lassen. Dadurch lag er zunächst einmal nur auf Rang fünf. An der Spitze hatte sich Martin Tomczyk gesetzt, gefolgt von Mike Rockenfeller und Marco Wittmann

Andy Priaulx hatte vier Minuten vor Schluß Miguel Molina von Rang vier verdrängt. Die ersten drei befanden sich zu dieser Zeit in der Box. Bruno Spengler hatte sehr lange gewartet und war erst bei noch dreieinhalb Minuten zu fahrender Zeit hinausgegangen. Nachdem bei ihm die Zeit gestoppt wurde, hatte er sich auf Platz vier geschoben. Auf Platz drei hatte sich Augusto Farfus katapultiert. Bei seinem letzten Umlauf hatte Joey Hand Bruno Spengler von Platz vier verdrängt. Am Ende hatte keiner die Zeit von Martin Tomczyk mit 41:109 Sekunden toppen können. Hinter ihm lagen Mike Rockenfeller, Augusto Farfus und Joey Hand. Bruno Spengler, Timo Scheider, Marco Wittmann, Andry Priaulx, Edoardo Mortara und Miguel Molina mussten sich mit den Startplätzen fünf bis zehn zufrieden geben.

Nach einer kurzen Pause ging es dann in die letzte Sitzung, wo die Pole Position ausgefahren wird. Die vier Piloten hatten hierzu nur eine gezeitete Runde zur Verfügung. In umgekehrter Reihenfolge aus Q3 werden sie nun auf die Reise geschickt. Damit musste Joey Hand für alle anderen eine Zeit vorlegen. Er wurde mit einer Zeit von 41:460 Sekunden abgewunken. Augusto Farfus war der nächste im Bunde. Er war im ersten Sektor bereits schneller als der US-Amerikaner. Auch den zweiten Sektor konnte er für sich verbuchen. Das gleich galt auch für den dritten Sektor. Am Ende blieb die Uhr bei ihm bei 41:197 Sekunden stehen. Mike Rockenfeller versuchte nun diese Zeit zu toppen. Im ersten Sektor war er gut unterwegs. Im zweiten Sektor konnte er wie auch in Sektor drei noch einiges zulegen und hatte eine Zeit von 41:193 Sekunden hingelegt. Martin Tomczyk war der Letzte den man auf die Reise schickte. In Turn eins war er zu weit nach außen gekommen. Aber in Sektor zwei war er schneller und er holte sich mit einer Zeit von 41:158 Sekunden die Pole. Es ist die erste Pole für BMW in Brands Hatch. Hinter ihm werden Mike Rockenfeller und Augusto Farfus starten. Als bester Mercedes-Pilot wird Gary Paffett in der sechsten Startreihe stehen.

Martin Tomczyk (BMW Team RMG, Platz 1): "Endlich hat es mit meiner ersten Poleposition für BMW geklappt. Wir wussten schon nach dem Training, dass wir hier im Qualifying eine gute Chance haben würden. Aber dann muss auf einer Strecke wie in Brands Hatch alles zusammenpassen, um ganz vorne zu stehen. Hier geht es um jede Tausendstelsekunde. Das BMW Team RMG hat sensationelle Arbeit geleistet und sich diese Poleposition verdient. Ab der ersten Runde hat unser Auto hier sehr gut funktioniert. Im Qualifying ging es dann darum, einfach keinen Fehler zu machen. Das hat klasse funktioniert. Es fühlt sich fantastisch an, wieder ganz vorne zu stehen. Und jetzt werden wir morgen im Rennen attackieren."

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM), Platz 2: "Wir hatten schon im Freien Training ein gutes Auto, im Qualifying ist es hier dann immer ganz eng. Die erste Startreihe ist ein Traum. Trotz der wirklich knapp verpassten Pole bin ich sehr zufrieden."

Augusto Farfus (Team RBM, Platz 3): "Diesen dritten Platz haben wir uns hart arbeitet und im Tagesverlauf viel am Auto verändert. So konnten wir uns Stück für Stück näher ans Limit herantasten. In Brands Hatch ist eine gute Startposition unerlässlich, wenn man auch im Rennen weit vorn landen will. Dieses Ziel haben wir erreicht. Das BMW Team RBM hat wieder einmal toll gearbeitet. Es ist fantastisch, dass ich morgen gemeinsam mit meinem Teamkollegen Joey Hand aus der zweiten Reihe starte. Mein Ziel lautet nun, am Sonntag wieder ordentlich Punkte zu sammeln."

Gary Paffett (EURONICS Mercedes AMG C-Coupé), Platz 11: "Das Qualifying verlief für mich enttäuschend. Im vergangenen Jahr habe ich die Pole Position geholt und danach das Rennen gewonnen - das hätte ich in diesem Jahr gerne wiederholt. Die Fahrzeugbalance fühlte sich nicht schlecht an, sie war in Ordnung. Ich hatte kein schlimmes Unter- oder Übersteuern. Leider waren wir aber nicht schnell genug. Auf dieser kurzen Strecke machen drei Zehntelsekunden einen großen Unterschied aus. Ich habe alles aus dem Auto herausgeholt und war auf jeder Runde am Limit. Hoffentlich finden wir bis morgen noch mehr Speed im Auto und haben dann ein sauberes und faires Rennen, in dem ich so viele Punkte wie möglich einfahren möchte."

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): "Das war für uns ein fantastisches Qualifying. Glückwunsch an Martin Tomczyk und das BMW Team RMG. Im vergangenen Jahr waren Martin und seine Mannschaft häufig nah dran, aber jetzt hat es endlich mit der Poleposition geklappt. Das haben sie sich wirklich verdient. Auch das BMW Team RBM hat wieder großartig gearbeitet und in Augusto Farfus und Joey Hand gleich beide Fahrer in die Top-4 gebracht. Und mit sechs BMW M3 DTM in den ersten vier Startreihen können wir natürlich mehr als zufrieden sein. Es war aber das erwartet enge Qualifying. Vor allem Mike Rockenfeller hat uns heute alles abverlangt. Aber für morgen sind wir zweifelsohne in einer guten Ausgangslage."

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Wenn es morgen im Rennen genauso knapp zugeht wie heute im Qualifying, dann dürfen sich die DTM-Fans auf einen echten Krimi freuen. Da es entgegen der ursprünglichen Vorhersagen nun doch trocken bleiben soll, werden wir auch die Optionsreifen im Einsatz erleben. Bei den kurzen Runden in Brands Hatch wird es noch wichtiger sein als in Hockenheim, die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen."

Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: "Kurz und knapp: Das war leider kein glorreicher Tag für uns - unsere Qualifying-Performance war definitiv nicht gut genug. Auf einer so kurzen Strecke wie Brands Hatch liegen die Zeitabstände zwischen den Fahrern traditionell eng zusammen und natürlich muss man stets das gewählte Setup und die Wettervorhersage für Sonntag im Auge behalten, die aktuell Regen nicht ausschließt, aber das ist keine ausreichende Erklärung für unser Abschneiden heute. Jetzt gilt es, das Beste aus dieser Ausgangssituation zu machen und am Sonntag voll anzugreifen. Beim Saisonstart in Hockenheim hat Dirk Werner gezeigt, dass es möglich ist, von Platz 20 bis aufs Podium nach vorne zu fahren. Der Samstag war nicht gut genug, aber wir geben die Hoffnung für den Sonntag deshalb noch lange nicht auf."

Martin Tomczyk durfte sich nicht lange über seine erste Pole-Position für BMW freuen. Nach seiner Bestzeit im Qualifying für den zweiten Saisonlauf der DTM in Brands Hatch wurde bei der Untersuchung seines Autos festgestellt, dass der BMW M3 DTM des Champions von 2011 zu leicht war. Der 31-Jährige wurde daraufhin von den Rennkommissaren aus der Wertung des Qualifyings genommen, darf aber am Sonntag im Rennen vom letzten Platz starten. Die Pole-Position fiel durch Tomczyks Rückversetzung an Mike Rockenfeller im Audi RS 5 DTM, der damit zum zweiten Mal in seiner DTM-Karriere von Startplatz eins in ein Rennen geht – wie 2011 erneut in Brands Hatch. Neben Rockenfeller in der ersten Startreihe steht Augusto Farfus im BMW M3 DTM, der Sieger des Auftaktrennens in Hockenheim. Auf den Plätzen drei und vier folgen Joey Hand und Champion Bruno Spengler in zwei weiteren BMW. Der beste Mercedes-Benz-Pilot Gary Paffett rückte durch den Ausschluss von Tomczyk auf den elften Platz vor.

Martin Tomczyk (BMW Team RMG): "Das ist für mich eine große Enttäuschung. Dass man vom 22. Startplatz durchaus noch die Chance hat, Punkte zu sammeln, hat der Saisonauftakt in Hockenheim gezeigt. Allerdings weiß ich auch, dass eine ähnliche Aufholjagd auf diesem kurzen Kurs hier in Brands Hatch kaum möglich sein wird.“ Mike Rockenfeller: „Natürlich schlage ich meine Gegner lieber auf der Strecke, aber es ist schön, von der Pole-Position zu starten. Nachdem wir in Hockenheim eine sehr gute Renn-Performance hatten, bin ich zuversichtlich für morgen."

Ihren zweiten Lauf nahmen die Piloten am Sonntagmittag bei herrlichtem Frühlingswetter unter die Räder. Nach der Einführungsrunde funktionierte der Start ohne Probleme und der Pole-Setter konnte seine Position behaupten. Bruno Spengler fuhr auf Rang drei, gefolgt von Marco Wittmann und Timo Scheider. Nach der ersten Runde führte weiterhin Mike Rockenfeller vor Augusto Farfus und Bruno Spengler. In der vierten Runde kamen bereits Gary Paffett, Mattias Ekström und Adrien Tambay zum Boxenstopp herein. Wenig später entstand ein harter Kampf zwischen Roberto Merhi und Timo Glock. Hier ging es um die zehnte Position. Nachdem Timo Glock von der Strecke abgekommen war hatte sich Roberto Merhi auf Rang zehn geschoben. Timo Glock musste sich auf Rang vierzehn wieder einreihen. Martin Tomczyk hatte Boden gut gemacht. Er war als Letzter gestartet und lag nach acht Runden bereits auf Platz zwölf. An der Spitze hatte sich Mike Rockenfeller mit 1,9 Sekunden auf und davon gemacht. Hinter ihm lagen immer noch Bruno Spengler, Marco Wittmann und Timo Scheider. So nach und nach kamen auch die anderen Fahrer zum Boxenstopp herein.

Zwischenzeitlich hatte Martin Tomczyk sich Andy Priaulx zurecht gelegt und ging an ihn vorbei. Nachdem Andy Priaulx seinen Boxenstopp absolviert hatte, kam es in der 27. Runde zu einer Berührung mit Adrien Tambay. Er konnte das Rennen aber fortsetzen. Die Rennleitung entscheid dann, das Adrien Tambay wegen der Kollision zu einer Durchfahrtsstrafe hereinkommen muss. In der 32. Runde kamen Augusto Farfus und Marco Wittmann zum Boxenstopp herein. Der Boxenstopp bei Marco Wittmann verlief nicht planmäßig, denn man verlor etliche Zeit. Beim nächsten Umlauf kam auch Bruno Spengler und Martin Tomczyk zur Crew um die Reifen zu wechseln. Der Boxenstopp von Timo Glock dauerte sechs Sekunden. In der 36. Runde kam der Führende zum ersten Stopp zum Team. Zwei Runden später entstand ein harter Kampf zwischen Roberto Merhi und Martin Tomczyk um Platz vierzehn, dabei rutschte Letzterer von der Strecke und verliert etliche Positionen. Er kam dann auch wenig später zur Box. Nach 40 Runden waren Edoardo Mortara und Miguel Molina die einzigen, die noch keinen Stopp absolviert hatten.

Roberto Merhi hatte zwischenzeitlich auch eine Durchfahrtsstrafe wegen push another car erhalten. Diese trat er in der 46. Runde an. Zu dieser Zeit führte Mike Rockenfeller vor Augusto Farfus und Bruno Spengler. Dahinter lagen Timo Scheider, Marco Wittmann, Joey Hand und Robert Wickens. Roberto Merhi hatte in diesem Moment eine 5-Sekunden-Boxenstopp-Strafe erhalten wegen Nichtbeachtens der blauen Flagge. Im nachhinein wurde die Strafe von Roberto Merhi in eine 5-Sekunden-Zeitstrafe nach dem Rennen umgewandelt. Seinen zweiten Boxenstopp trat Mike Rockenfeller in der 65. Runde an. Zur gleichen Zeit kam auch Robert Wickens herein. Bei Augusto Farfus traten plötzlich Probleme auf, denn er wurde immer langsamer. Er suchte aber nicht die Box auf und blieb dann auf der Start-und Zielgeraden stehen. Das Fahrzeug von ihm wurde dann abgeschleppt. Nachdem alle ihre zwei Boxenstopps absolviert hatten und die Reihenfolge wieder hergestellt war, führte weiterhin Mike Rockenfeller. Er hatte seinen Vorsprung auf 6,7 Sekunden ausgebaut. Hinter ihm befanden sich Bruno Spengler und Gary Paffett.

Auf den Plätzen vier bis zehn fuhren Robert Wickens, Marco Wittmann, Joey Hand, Edoardo Mortara, Mattias Ekström, Christian Vietoris und Timo Scheider. Der Abstand zwischen Gary Paffett und Robert Wickens wurde größer. Mattias Ekström hatte es in der Zwischenzeit etwas übertrieben und war von der Strecke gekommen. Er hatte aber Glück, das er bei dieser Aktion keine Position verlor. In der 86. Runde hatte Edoardo Mortara eine Durchfahrtsstrafe erhalten. Am Ende dieser Runde kam er dann herein. Nach dem Absitzen der Strafe kam Edoardo Mortara von der Strecke und schlug leicht in den Reifenstapel ein. Dort musste er das Rennen beenden. Nach 98. Runden wurde Mike Rockenfeller als Erster abgewunken vor Bruno Spengler und Robert Wickens.

In der Meisterschaft führt nun Mike Rockenfeller mit 29 Punkten vor Bruno Spengler mit 28 und Augusto Farfus mit 25. BMW Team Schnitzer hat in der Teamwertung mit 46 Zähler die Nase vorne, gefolgt von BMW Team RBM mit 41 und Stihl/AMG Mercedes mit 34 Zähler. Auf Rang eins in der Herstellerwertung liegt BMW mit 101 Punkten vor Mercedes mit 56 und Audi mit 45 Punkten.

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM), Platz 1:"Ich bin natürlich zufrieden und erleichtert, dass wir das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten. Es kann in der DTM im Rennen immer alles Mögliche passieren. Mit dem tollen Qualifying gestern hatten wir natürlich einen prima Grundstein. Dann war ich dran mit einem guten Start, auch das hat geklappt. Anschließend haben mein Team und ich alles gegeben. Ich habe versucht, jede Runde zu pushen. Ich denke, man hat gesehen, dass wir das Rennen im Griff hatten."

Bruno Spengler (BMW Team Schnitzer), Platz 2: "Das war heute kein einfaches Rennen. Umso glücklicher bin ich über meinen zweiten Platz, und dass wir diese wichtigen Punkte einfahren konnten. Mein Team hat mir ein super Auto zur Verfügung gestellt, die Pace war sehr gut. Wichtig war auch, dass wir eine perfekte Strategie für das Rennen hatten und die Pitstops zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben. Natürlich hätte ich gerne gewonnen. Aber der zweite Platz ist für Charly und Dieter Lamm auch ein schönes Geburtstagsgeschenk. Jetzt drücke ich meinen BMW Fahrerkollegen Martin Tomczyk und Augusto Farfus für das 24-Stunden-Rennen beide Daumen."

Robert Wickens (STIHL Mercedes AMG C-Coupé,) Platz 3: "Mein erstes Podium in der DTM und das von Startplatz 13 in Brands Hatch, wo Überholmanöver nicht einfach sind - damit hätte ich vor dem Rennen niemals gerechnet! Mein Ziel war es, in die Punkte zu fahren. Ich wusste, dass ich dafür einen guten Start brauchte und an den Fahrern mit Basis-Reifen vor mir vorbeikommen musste - das ist mir sehr gut gelungen. Meine Rennpace hat mich positiv überrascht und ich konnte Fahrer mit Option-Reifen auf den Basis-Reifen einholen. Der mittlere Stint verlief perfekt für mich. Ich hatte zwei sehr gute Boxenstopps und konnte das Rennen bis zum Ende kontrollieren. Dann war ich mitten in einem Interview, als es hieß, ich müsste schnell aufs Podium. Deshalb musste ich nach einem anstrengenden 98-Runden-Rennen die gesamte Boxengasse zum Podium hinuntersprinten! Aber es hat sich gelohnt: Es war ein super Gefühl, zum ersten Mal in der DTM Champagner zu kosten."

Dr. Wolfgang Ullrich, Audi-Motorsportchef: "Glückwunsch an Mike (Rockenfeller) und das Audi Sport Team Phoenix für diese starke Leistung. Sie haben an diesem Wochenende alles richtig gemacht und verdient gewonnen. Derart souveräne Siege sieht man in der DTM nur ganz selten. Die Tabellenführung ist ein schöner Lohn für die gesamte DTM-Mannschaft von Audi, die in den vergangenen Monaten hart gearbeitet hat, um den RS 5 DTM zu einem Siegerauto zu machen. Das gibt einen zusätzlichen Motivationsschub für die nächsten Rennen."

Jens Marquardt ,BMW Motorsport Direktor: "Mit dem zweiten Saisonrennen können wir insgesamt zufrieden sein. Wenn man im Rennen drei Fahrer unter die ersten fünf bringt, dann ist dies ein sehr gutes Ergebnis. Wenn man aber mit sechs Fahrern unter den ersten zehn der Startaufstellung ins Rennen geht, wäre durchaus noch mehr drin gewesen. Bruno Spengler als Zweiter und sein Team haben einen exzellenten Job gemacht. Ebenso freut es mich für Marco Wittmann, der in seinem erst zweiten DTM-Rennen als Vierter bereits gezeigt hat, welch großes Potenzial er besitzt. Auch Joey Hand als Fünfter hat über das gesamte Wochenende eine starke Leistung gezeigt. Pech hingegen hatte Augusto Farfus, der wie schon in Hockenheim klar auf Podiumskurs lag, ehe er wegen eines technischen Defekts ausscheiden musste. Einige Aktionen auf der Strecke waren grenzwertig, die Leidtragenden waren nicht zuletzt unsere Fahrer. Glückwunsch an Audi und Mike Rockenfeller zu diesem Sieg."

Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef:"Über Nacht hat sich fast ein kleines Wunder ereignet: Der Sonntag war für uns viel besser als der Samstag. Das würde ich nächste Woche auch gerne bei der Formel 1 behaupten können, denn dort war es zuletzt ja leider umgekehrt. Das Rennergebnis ist gut für die DTM - alle drei Hersteller standen auf dem Podium. Mike Rockenfeller und Audi haben den Sieg verdient und auch BMW war an diesem Wochenende sehr stark. Nach dem schwierigen Qualifying am Samstag bin ich mit vier unserer Autos in den Top-10 zufrieden. Gary ist ein starkes Rennen von Startplatz elf gefahren und unsere Junioren haben erneut ihr Talent gezeigt, allen voran Robert Wickens, der mit einer fantastischen Leistung sein erstes DTM-Podium eingefahren hat. Aber auch Pascal Wehrlein, der seinen ersten Punkt holte, und Christian Vietoris sind ein sehr gutes Rennen gefahren. Auf dieser Strecke gehört das Glück des Tüchtigen dazu und der Renngott war heute auf unserer Seite - manchmal muss man auf einer solchen Strecke eben die nötige Portion Glück haben."


CS

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