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10.05. - 12.05.2013

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Nürburgring
19.07. - 21.07.2013

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Hockenheim
27.09. - 29.09.2013


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Alessio Picariello wurde im nachhinein bestraft
Marvin Dienst an diesem Wochenende drei Mal auf dem Siegerpodest

Vom 13. bis September ging es in der ADAC Formel Masters in die heiße Endphase. Auf dem Slovakia Ring bestreitet die Highspeedschule des ADAC ihr vorletztes Rennwochenende des Jahres. An diesem Wochenende betraten die Pilotinnen und Piloten absolutes Neuland. In ihrer sechsjährigen Geschichte gastiert die Formel ADAC zum ersten Mal in der Slowakei. Die Premiere verspricht Brisanz: Beim dritten Auslandsgastspiel in dieser Saison könnte eine Entscheidung im Titelkampf fallen. Der Meisterschaftsführende Alessio Picariello (Mücke Motorsport) reist mit 222 Punkten zu den Saisonrennen 19 bis 21 und liegt mit 72 Zählern Vorsprung vor seinem Teamkollegen Maximilian Günther an der Spitze. Im Idealfall könnte Alessio Picariello, der die Gesamtwertung seit dem Saisonauftakt in Oschersleben anführt, nach dem zweiten Rennen auf dem Slovakia Ring vorzeitig die Meisterschaft feiern. Doch dies will Maximilian Günther verhindern, denn er will seine Aufholjagd fortsetzen.

Im Verlauf der vergangenen vier Rennen hatte der erfolgreichste der 15 Rookies 26 Punkte auf den Tabellenführer gut gemacht und möchte diesen Trend hier am Slovakiaring fortsetzen. Nach vorangegangenen Testtagen auf dem 5,922 Kilometer langen Kurs zieht Maximilian Günther Bilanz. Auch Alessio Picariello war nach den Testtagen von der Rennstrecke angetan. Alessio Picariello gewann in dieser Saison die Hälfte aller Wertungsläufe. Im Falle eines weiteren Sieges winkt Alessio Picariello ein Eintrag in die Geschichtsbücher: Mit insgesamt zwölf Erfolgen in der Formel ADAC würde er in der ewigen Bestenliste mit Rekordsieger Richie Stanaway, dem Meister von 2010, gleichziehen. Der Dritt bzw. Viertplatzierte in der Meisterschaft Nicolas Beer (Neuhauser Racing) und Jason Kremer (Schiller Motorsport) haben mit 118 respektive 125 Punkten zu mindest theoretisch noch Chancen auf den Meistertitel. Der Däne kann die Rennpremiere in der Slowakei kaum noch erwarten.

Maximilian Günther (Mücke Motorsport): "Ich habe die Meisterschaft noch lange nicht abgeschrieben und gebe nicht auf. Ich gebe weiter mein Bestes und werde versuchen, meinen Teamkollegen Alessio unter Druck zu setzen. Die Strecke gefällt mir sehr gut. Ich denke, dass Überholmanöver hier sehr gut möglich sind. Es gibt einige interessante Kurven, die sich für Positionsgewinne eignen sollten."

Alessio Picariello (Mücke Motorsport): "Der Kurs ist schnell und technisch sehr anspruchsvoll - es ist also alles angerichtet für drei spannende Rennen. Natürlich habe ich mir weitere Siege zum Ziel gesetzt. Es ist immer ein besonderes Gefühl, wenn man als Erster auf einer neuen Strecke gewinnt. Das sorgt für zusätzliche Motivation."

Nicolas Beer (Neuhauser Racing): "Auf dem Slovakia Ring möchte ich so viele Punkte wie möglich holen und ein weiterer Sieg wäre natürlich auch super. Du musst in dieser hart umkämpften Meisterschaft möglichst konstant punkten, um eine Chance zu haben. Ich kann es kaum erwarten zum Slovakiaring zu kommen. Es gibt einige schnelle Kurven und man muss stets voll konzentriert sein. Bereits ein kleiner Fahrfehler kann die gesamte Runde ruinieren."

Kurz bevor sich die 20 Fahrerinnen und Fahrer am Freitagmittag zum freien Training hinaus begaben, war zuvor ein Schauer niedergegangen. Im Laufe dieser Session trocknete die Strecke aber immer mehr ab. In den Schlußminuten wechselten die Positionen an der Spitze immer wieder. Am Ende hatte sich Ralph Boschung (Team KUG Motorsport) mit 16 Runden und einer Zeit von 2:08,152 Minuten gegenüber allen anderen durchgesetzt. Hinter ihm lagen Jason Kremer (Schiller Motorsport) und Nicolas Beer (Neuhauser Racing). Als beste Dame lag Beitske Visser (Lotus) auf Rang vier. Der Tabellenführer und Maximilian Günther, der auf Rang zwei der Meisterschaft liegt mussten sich zunächst mit den Plätzen sechs und fünf zufrieden geben.

Bei starkem Regen erzielte Nicolas Beer die Bestzeit im Qualifying. Der Däne benötige 2:19.386 Minuten für seine schnellste Runde auf der 5,922 km langen Strecke und hatte 0,399 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten Alessio Picariello. Trotz seiner Bestzeit startet Beer das erste Rennen von Position elf. Der Däne wird wegen einer Strafe vom vergangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring um zehn Plätze zurückversetzt. Er startet beim zweiten Rennen am Sonntagvormittag von der Pole. In diesem ergibt sich die Startreihenfolge aus den zweitschnellsten Rundenzeiten des Qualifyings. Durch Beers Strafe erbt Picariello die Pole Position für den ersten Lauf auf dem Slovakia Ring. Der Belgier, der die Gesamtwertung seit dem Saisonauftakt in Oschersleben anführt, hat somit beste Voraussetzungen für den vorzeitigen Titelgewinn. Im Idealfall könnte Picariello nach dem zweiten Rennen in der Slowakei am Sonntag vorzeitig die Meisterschaft feiern.

Die schwierigen Wetterbedingungen stellten die 20 Nachwuchstalente während des Qualifyings vor eine knifflige Herausforderung. Nach starken Schauern legte sich der Regen erst kurz vor Beginn des Zeittrainings, zur Mitte der Session begann es erneut zu regnen. 13 Minuten vor Schluss wurde das Qualifying unterbrochen, nachdem sich Martin Gatz (KSW Motorsport) von der Strecke gedreht hatte. Kurze darauf musste die Session nach einer Kollision zwischen Maximilian Günther und Hannes Utsch (JBR Motorsport & Engineering) in Kurve elf ein weiteres Mal unterbrochen werden. Bei nur noch drei verbleibenden Minuten entschied die Rennleitung, das Qualifying nicht mehr zu starten.

Hinter Nicolas Beer und Alessio Picariello kam Ralph Boschung (KUG Motorsport) am besten mit den schwierigen Bedingungen zurecht. Der Schweizer erzielte seine persönliche Bestzeit in 2:20.328 Minuten und hatte knapp eine Sekunde Rückstand auf Spitzenreiter Nicolas Beer. Vor dem Zwischenfall mit Hannes Utsch fuhr Maximilian Günther mit einer Rundenzeit von 2:20.494 Minuten auf die vierte Position. Durch Nicolas Beers Strafversetzung rückt der Titelaspirant in der zweiten Startreihe nach vorne und beginnt das Rennen zwei Plätze hinter seinem Titelrivalen und Teamkollegen Alessio Picariello. Vor dem 19. Wertungslauf der Saison hat ADAC Stiftung Sport Förderpilot Maximilian Günther 72 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Hendrik Grapp sorgte für ein starkes Teamergebnis von Mücke Motorsport. Der 19-Jährige fuhr mit einer persönlichen Bestzeit von 2:21.115 Minuten die fünftschnellste Rundenzeit - damit gelangten drei Piloten des Berliner Rennstalls, der unter der Bewerbung des ADAC Berlin-Brandenburg e.V. startet, in die Top-Fünf. Hinter Marvin Dienst (Neuhauser Racing) erzielte Stéphane Kox (KUG Motorsport), die Tochter des früheren ADAC GT Masters Champion Peter Kox, mit Platz sieben das bislang beste Qualifyingresultat in ihrer Debütsaison in der Formel ADAC. Die KUG Motorsport-Pilotin teilt sich die vierte Startreihe mit dem Österreicher Stefan Riener (Neuhauser Racing).

Nicolas Beer (Neuhauser Racing): "Meine erste Bestzeit im Qualifying - das ist ein großartiges Gefühl. Leider werde ich das erste Rennen nicht von der Pole Position starten, aber immerhin bleibt mir Startplatz eins am Sonntag. Wir haben gezeigt, wie gut unsere Pace ist - das Auto war einfach fantastisch. Wenn wir im ersten Lauf eine ähnliche Leistung zeigen können, ist ein sehr gutes Ergebnis möglich. Der Regen könnte uns dabei unterstützen, aber hoffentlich lässt er noch etwas nach, denn die Bedingungen waren im Qualifying sehr schwierig. Auf der Geraden war die Sicht durch die Gischt stark eingeschränkt und ich ging meine finale Runde sehr vorsichtig an. Bei diesen Wetterverhältnissen sollte der Windschatten im Rennen keine große Rolle spielen, denn durch die nassen Stellen drehen die Räder auf der Geraden durch."

Alessio Picariello ist dem vorzeitigen Titelgewinn einen weiteren Schritt näher gekommen. Der Belgier gewann das Auftaktrennen am Samstagabend auf dem Slovakia Ring und geht damit als erster Sieger eines Formel ADAC Rennens in der Slowakei in die Geschichtsbücher ein. Damit gewann er sein zwölftes Rennen in der Formel ADAC und ist gemeinsam mit Richie Stanaway, dem Champion von 2010, der siegreichste Pilot in der sechsjährigen Geschichte der Nachwuchsserie. Den Weg zum Sieg ebnete Alessio Picariello am Start. Von der Pole Position setzte sich der Meisterschaftsführende auf dem Weg zur ersten Kurve vom Rest des Feldes ab und baute seinen Vorsprung in den folgenden Runden kontinuierlich aus. Mit 6,342 Sekunden Vorsprung überquerte Alessio Picariello die Ziellinie vor dem zweitplatzierten Marvin Dienst (Neuhauser Racing). Der Serienneuling von Neuhauser Racing musste hart für seinen fünften Podiumsplatz in dieser Saison kämpfen: Marvin Dienst erwischte von Platz sechs einen hervorragenden Start und arbeitete sich schnell auf die vierte Position nach vorne. In der achten Runde gelang ihm das entscheidende Überholmanöver, als er Ralph Boschung überrumpelte und dadurch den zweiten Platz perfekt machte. Der Schweizer Ralph Boschung komplettierte das international besetzte Podium als Dritter.

Auch hinter den Top-Drei lieferten sich die Nachwuchstalente packende Positionsduelle. Nicolas Beer zeigte von Startplatz elf ein starkes Rennen, das ihn bis in die Nähe der Podestplätze führte. Der Däne hatte im Qualifying die Pole Position geholt, war wegen einer Strafe vom vergangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring jedoch um zehn Plätze zurückversetzt worden. Besonders mit dem viertplatzierten Jason Kremer lieferte er sich über viele Runden hinweg sehenswerte Windschattenduelle, bis sich der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport durchsetzen konnte. In der vorletzten Rennrunde duellierte sich Nicolas Beer mit Beitske Visser um die fünfte Position, drehte sich dabei allerdings, rutschte ins Kiesbett und blieb dort stecken. Die Red-Bull-Juniorin wurde für die Aufholjagd des Rennens von Startplatz 13 mit dem fünften Platz belohnt. Hinter dem sechstplatzierten Neuhauser Racing-Rookie Stefan Riener lieferte sich das Lotus-Trio Callan O'Keeffe, Mikkel Jensen und Indy Dontje einen spannenden Dreikampf. Die Youngster beendeten das erste von drei Rennen in der Slowakei nach zahlreichen teaminternen Duellen auf den Positionen sieben bis neun.

In der Meisterschaft rückt eine vorzeitige Entscheidung immer näher. Nach dem 19. Saisonrennen liegt Alessio Picariello, der die Gesamtwertung seit dem Saisonauftakt anführt, mit 331 Punkten an der Spitze. Titelrivale Maximilian Günther war der Pechvogel des Rennens. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport fiel auf Platz vier liegend in der sechsten Runde wegen eines technischen Problems aus und bleibt bei 216 Meisterschaftspunkten. In den ausstehenden fünf Wertungsläufen auf dem Slovakia Ring sowie beim Finale in Hockenheim kann Maximilian Günther mit nun 97 Zählern Rückstand noch maximal 130 Punkte erzielen.

Auf Rang eins liegt Alessio Picariello mit 313 Punkten, gefolgt von Maximilian Günther mit 216 und Jason Kremer mit 190 Punkten. In der Teamwertung hat Mücke Motorsport mit 527 Zähler die Nase vorne vor Neuhauser Racing mit 355 und Schiller Motorsport mit 293 Zähler.

Alessio Picariello (Mücke Motorsport), Sieger: "Ich freue mich sehr darüber, der erste Sieger in der Formel ADAC auf dem Slovakia Ring zu sein. In der ersten Runde versuchte ich, sofort wegzuziehen, um den anderen Piloten keinen Windschatten zu bieten. Das gelang mir sehr gut und bereits nach vier Runden bemerkte ich, dass mein Vorsprung recht groß geworden war. Deshalb entschied ich mich, etwas weniger Druck zu machen und stattdessen die Reifen zu schonen. Ich stehe nun knapp vor dem Gewinn der Meisterschaft, aber es ist noch nichts entschieden. Es tut mir sehr leid für Maximilian, denn so wollte ich meinen Vorsprung in der Meisterschaft nicht ausbauen. Morgen werde ich erneut alles geben, um das Rennen zu gewinnen."

Marvin Dienst (Neuhauser Racing), Zweiter: "Ich bin mit Rang zwei sehr zufrieden. Im Qualifying taktierte ich leider etwas falsch, da ich dachte, die Strecke würde noch abtrocknen. Ich holte nicht das Maximum aus dem Auto heraus und startete deshalb nur von Rang sechs. Von dieser Position bis auf das Podest zu fahren, zeigt, wie gut unser Auto ist. Zu Beginn des Rennens war es schwierig, an Maximilian Günther vorbeizugehen. Er verteidigte sich gut und auf dieser Strecke ist Überholen schwierig, da es viele Kontermöglichkeiten gibt. Als ich ihn passiert hatte, gab ich Vollgas, um Platz zwei zu holen - mit Erfolg. Danach erkannte ich schnell, dass Alessio Picariello an der Spitze zu weit weg war und konzentrierte mich darauf, die Reifen für den Sonntag zu schonen."

Ralph Boschung (KUG Motorsport), Dritter: "Ich freue mich zwar sehr über meinen vierten Podestplatz in der Formel ADAC, glaube aber, es wäre mehr möglich gewesen. Zu Beginn des Rennens war das Auto sehr gut und ich konnte zu Alessio Picariello aufschließen. Leider entwickelte sich danach ein Problem vorne links an meinem Auto. Der Grip wurde besser und wieder schlechter - ich weiß noch nicht, woher die Schwierigkeiten kamen. Wäre mein Auto über das gesamte Rennen so gut wie in den ersten Runden gewesen, hätte ich vielleicht sogar gewinnen können."

Spektakulärer hätte das zweite Rennen der Formel ADAC bei der Premiere auf dem Slovakia Ring am Sonntagmorgen kaum verlaufen können. Marvin Dienst (Neuhauser Racing) feierte den ersten Sieg in seiner Debütsaison und fuhr zum zweiten Mal an diesem Wochenende auf das Podium. Der neue Meister Alessio Picariello und Jason Kremer komplettierten die Top-Drei. Von Startplatz acht kämpfte sich Marvin Dienst bis Runde drei auf die zweite Position hinter Ralph Boschung nach vorne. Nach einer Safety-Car-Phase im dritten Umlauf, ausgelöst durch eine Kollision zwischen Hendrik Grapp und Kim Luis Schramm nahm eines der spannendsten Rennen dieser Saison seinen Lauf: In Runde fünf überholte der drittplatzierte Alessio Picariello seine beiden Vordermänner Marvin Dienst und Ralph Boschung in Kurve eins und übernahm die Führung. Marvin Dienst kämpfte sich im gleichen Zug am KUG Motorsport-Piloten vorbei und nahm die Verfolgung von Alessio Picariello auf. Alessio Picariello, Marvin Dienst und Ralph Boschung fuhren an der Spitze rundenlang im Abstand von Hundertstelsekunden. Drei Runden vor Schluss kam es am Ende der Start/Ziel-Geraden zu einer minimalen Berührung zwischen Alessio Picariello und Ralph Boschung. Marvin Dienst nutzte seine Chance und setzte sich an die Spitze. Dem 16-Jährigen gelang es, einen kleinen Vorsprung herauszufahren und diesen bis über die Ziellinie zu retten.

Alessio Picariello reichte der zweite Platz zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft. Der Belgier hat nach dem 20. Saisonrennen 331 Punkte auf dem Konto, Titelrivale Maximilian Günther (216 Punkte) kann seinen Teamkollegen rechnerisch nicht mehr einholen. Der Belgier tritt die Nachfolge von Marvin Kirchhöfer an und geht als sechster Champion der Highspeedschule des ADAC in die Geschichtsbücher ein. Mit bislang zehn Saisonsiegen und 14 Podiumsplatzierungen gelang ihm auf dem Weg zum Titelgewinn etwas Einzigartiges in der Formel ADAC: Alessio Picariello führte die Meisterschaft seit dem ersten Rennen beim Saisonauftakt in Oschersleben durchgängig an. ADAC Stiftung Sport Förderpilot Maximilian Günther ist bislang der Pechvogel des Wochenendes. Nach seinem Ausfall im ersten Rennen war seine Fahrt im zweiten Wertungslauf schon in der ersten Runde nach einer Kollision mit Stefan Riener beendet. Anschließend musste Maximilian Günther, der erfolgreichste der 15 Serienneulinge in diesem Jahr, sein Auto in der Box abstellen. Hinter Alessio Picariello machte Jason Kremer seine achte Podiumsplatzierung in dieser Saison perfekt und festigte mit 190 Punkten den dritten Rang in der Meisterschaft. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport fuhr lange in Schlagdistanz zu den Top-Drei und nutzte Boschungs Verbremser in der ersten Kurve in Runde neun, um den Schweizer zu überholen.

Ralph Boschung musste sich mit dem vierten Platz vor Beitske Visser zufrieden geben. Die Red-Bull-Juniorin zeigte nach einem schwierigen Qualifying auch im zweiten Rennen eine starke Leistung und verbesserte sich vom zwölften Startplatz um sieben Positionen. In der letzten Kurve der letzten Runde überholte Beitske Visser den zu diesem Zeitpunkt fünftplatzierten Pole-Setter Nicolas Beer. Im ersten Rennen war die erfolgreichste Pilotin in der Geschichte der Formel ADAC vom 13. auf den fünften Rang gefahren. Hinter Nicolas Beer und Schiller Motorsport-Pilot Fabian Schiller wurde Indy Dontje Achter. Der Niederländer startet im abschließenden Lauf auf dem Slovakia Ring von der Pole Position. In der Teammeisterschaft ist ebenfalls eine vorzeitige Entscheidung gefallen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel ADAC sicherte sich Mücke Motorsport den Team-Titel. Die fünf Piloten des Berliner Rennstalls, die unter der Bewerbung des ADAC Berlin-Brandenburg e.V. antreten, sammelten bislang gemeinsam 550 Punkte. Mücke Motorsport setzte sich gegen das zweitplatzierte Team Neuhauser Racing (388 Punkte) durch und ist in den verbleibendenden vier Saisonrennen nicht mehr einholbar.

In der Meisterschaft hatte der vorzeitige Meister Alessio Picariello nun 331 Punkte auf dem Konto vor Maximilian Günther mit 216 und Jason Kremer mit 190 Punkten. In der Teamwertung liegt weiterhin Mücke Motorsport auf Rang eins mit 550 Zähler vor Neuhauser Racing mit 380 und Schiller Motorsport mit 316 Zähler.

Marvin Dienst (Neuhauser Racing), Sieger: "Mein erster Sieg in der Formel ADAC - das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich war so oft nah am ersten Platz dran, und jetzt hat es endlich gereicht. Ich kann meine Freude kaum beschreiben. Das Rennen war unglaublich eng. Wir haben uns auf der Strecke nichts geschenkt. Es war ein wirklich harter Kampf, aber stets fair. Alessio war sehr stark, aber glücklicherweise konnte ich mich von ihm lösen und einen kleinen Vorsprung herausfahren. Ich war aber bis zur Ziellinie nicht sicher, ob es wirklich mit dem Sieg klappen würde. Umso glücklicher bin ich, meinen ersten Siegerpokal endlich in Händen zu halten. Im dritten Rennen starte ich erneut von Rang acht, also habe ich mir erneut einen Sieg vorgenommen."

Alessio Picariello (Mücke Motorsport), Zweiter: "Der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft ist ein unglaubliches Gefühl. Das Rennen machte großen Spaß, obwohl Marvin heute schneller war als ich. Die Führung gegen schnellere Autos zu verteidigen, ist auf dieser Strecke durch den Windschatten sehr schwierig. In der ersten Kurve setzte ich ein Manöver und überholte Ralph und Marvin auf einen Schlag. Ich sah, dass die beiden kämpften, wählte eine besondere Linie und ging vorbei. Zwar habe ich die erste Position danach wieder verloren, aber der Titelgewinn ist dafür eine gute Entschädigung. Ich hätte das Rennen gewinnen können, wollte aber kein Risiko eingehen und stattdessen die Punkte für den Meisterschaftsgewinn sichern."

Jason Kremer (Schiller Motorsport), Dritter: "Ich freue mich sehr über den dritten Rang, denn das war heute das Maximum. Bereits in der zweiten Kurve wurde durch eine Berührung meine Felge links hinten beschädigt. Dadurch habe ich Geschwindigkeit in den Kurven verloren - das Auto war danach sehr instabil. Ich dachte zunächst, mein Rennen sei beendet, daher ist ein Podestplatz mehr als ich mir erhofft hatte. In den engen Zweikämpfen galt es, immer einen kühlen Kopf zu bewahren, was mir sehr gut gelungen ist. Im dritten Rennen werde ich nochmals angreifen, denn hier ist alles möglich."

Beim dritten Lauf an diesem Wochenende sicherte sich Ralph Boschung seinen ersten Sieg in der Formel ADAC. Der Schweizer erhielt den Sieg allerdings erst nach Rennende am grünen Tisch zugesprochen. Alessio Picariello überquerte die Ziellinie als Erster, wurde nach Rennende aber mit einer Durchfahrtsstrafe belegt, die in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Somit fiel der Belgier, der im zweiten Rennen mit Platz zwei den vorzeitigen Meisterschaftsgewinn gefeiert hatte, vom ersten auf den 16. Platz zurück. Alessio Picariello hatte nach dem Überfahren der Ziellinie stark abgebremst und dadurch den folgenden Ralph Boschung behindert, der Picariellos Auto nur knapp ausweichen konnte. Somit wurde die Aufholjagd des 20-Jährigen, der vom siebten Startplatz schon in der zweiten Runde die Führung von Pole-Setterin Stéphane Kox übernommen hatte, nicht belohnt und er muss weiter auf seinen elften Saisonsieg warten. Neben Sieger Ralph Boschung profitierte auch Marvin Dienst von Alessio Picariellos Strafe. Der Neuhauser Racing-Pilot rundete ein erfolgreiches Wochenende mit Platz zwei und damit seiner dritten Podiumsfahrt in Folge ab. Am Sonntagvormittag hatte der Serienneuling von Startplatz acht sein erstes Rennen in der Formel ADAC gewonnen. Im Verlauf der drei Rennen auf dem Slovakia Ring gelangen ihm 17 Positionsgewinne.

Beitske Visser komplettierte das Podium beim viertletzten Wertungslauf des Jahres. Die Red-Bull-Juniorin musste sich ihre zweite Podestplatzierung in dieser Saison hart erkämpfen. Nach einer Safety-Car-Phase von der dritten bis zur achten Runde, ausgelöst durch eine Kollision zwischen Callan O´Keeffe und Mikkel Jensen, entwickelte sich ein packendes "Sprintrennen" über zwei Runden auf der 5,922 km langen Strecke. Hinter Alessio Picariello und Ralph Boschung lieferten sich Marvin Dienst, Beitske Visser und Jason Kremer einen spektakulären Dreikampf. Im Windschatten des jeweiligen Kontrahenten tauschte das Trio mehrfach die Positionen und zunächst sah es danach aus, als ob sich Jason Kremer durchsetzen könnte. Doch in der letzten Rennrunde überholten Marvin Dienst und Beitske Visser den Förderpiloten der ADAC Stiftung Sport in Kurve drei und Jason Kremer musste sich mit Platz fünf begnügen. Hinter Fabian Schiller und Indy Dontje auf den Plätzen fünf und sechs gelang Maximilian Günther ein versöhnlicher Abschluss eines unglücklichen Wochenendes. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport verbesserte sich von Startplatz 18 um elf Positionen und beendete das Rennen auf Rang sieben. Maximilian Günther hatte vor dem Gastspiel in der Slowakei noch Chancen auf den Meisterschaftssieg, fiel aber in den ersten beiden Läufen vorzeitig aus.Stéphane Kox fuhr wie schon im zweiten Rennen auf den achten Platz. Die Tochter des früheren ADAC GT Masters Champions Peter Kox verteidigte ihre Pole Position beim Start, musste sich zu Beginn der zweiten Runde aber Alessio Picariello geschlagen geben und fiel in den folgenden Umläufen weiter zurück.

Der vorzeitige Meister hat nun 331 Punkte auf dem Konto in der Meisterschaft, gefolgt von Maximilian Günther mit 220 und Jason Kremer mit 197 Punkten. In der Teamwertung führt weiterhin Mücke Motorsport mit 555 Zähler vor Neuhauser Racing mit 393 und Schiller Motorsport mit 329 Zähler.

Ralph Boschung (KUG Motorsport), Sieger: "Ich freue mich riesig über meinen ersten Sieg in der Formel ADAC, aber ich hätte mir gewünscht, dass er unter normalen Bedingungen zustande gekommen wäre. Ich fuhr allerdings die schnellste Rennrunde und war direkt hinter Alessio, also habe ich den Sieg auf jeden Fall verdient. Alessio bremste auf der Zielgeraden sehr stark ab und es wäre beinahe zu einer Kollision zwischen uns gekommen. Ich musste schnell reagieren und ausweichen - das war nicht ungefährlich. Das gesamte Rennen war sehr turbulent. Der Start ist mir gut gelungen und ich machte Positionen gut. Nachdem mich Alessio passiert hatte, musste ich mich gegen Beitske verteidigen. Glücklicherweise ist mir das gelungen und ich kann mit einem Sieg im Gepäck abreisen."

Marvin Dienst (Neuhauser Racing), Zweiter: "Ich bin mit Rang zwei sehr zufrieden. Das ist mein dritter Podestplatz an diesem Wochenende, was zeigt, wie stark unser Auto ist. Ich bin von Position acht gestartet und es ging für mich hin und her. Glücklicherweise konnte ich mich am Ende durchsetzen. Die Zweikämpfe waren durch die Windschattenduelle erneut sehr eng, aber zu jeder Zeit fair - so macht Rennfahren richtig Spaß. Mit diesen Ergebnissen reise ich nun sehr motiviert zu meinem Heimrennen nach Hockenheim. Sowohl im Auto als auch in mir steckt noch Potenzial und ich hoffe, dass ich das am Hockenheimring ausschöpfen und erneut ganz oben auf dem Podest stehen kann."

Beitske Visser (Lotus), Dritte: "Ich bin sehr glücklich, wieder auf dem Podest zu stehen. Die Pace meines Autos war über das gesamte Wochenende sehr gut. Leider lief das Qualifying im Regen nicht wie erhofft, denn mit besseren Startpositionen wäre noch mehr möglich gewesen. Die Zweikämpfe im Rennen haben großen Spaß gemacht. Ich habe niemals locker gelassen und hatte immer das Podest im Visier. In dem Wissen, dass wir mit dem Auto einen Schritt nach vorne gemacht haben, reise ich hochmotiviert zum Saisonfinale nach Hockenheim. Dort möchte ich meinen zweiten Saisonsieg einfahren."


CS

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