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26.04. - 28.04.2013

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10.05. - 12.05.2013

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19.07. - 21.07.2013

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27.09. - 29.09.2013


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Zweiter Saisonsieg für Indy Dontje
Jugend lotet die Grenzen aus

Vom 09. bis 11. August fanden die Rennen der ADAC Formel Masters im Rahmen des Masters Weekend in der Steiermark statt. Genauer gesagt reiste man zum Red Bull Ring. Mit 202 Punkten in der Meisterschaft kommt der Mücke Pilot Alessio Picariello nach seinen Saisonsiegen sechs und sieben als Halbzeitmeister hier nach Österreich, gefolgt von Maximilian Günther seinem Teamkollegen mit 124 und Nicolas Beer (Neuhauser Racing) mit 123 Punkten. Das erfolgreiche Wochenende am Nürburgring rundete der Belgier mit einem Podestplatz im dritten Rennen ab. Ein gutes Omen: Picariello hat nun sieben Siege in den ersten zwölf Saisonrennen erzielt. Gleiches gelang bisher Daniel Abt 2009, Richie Stanaway 2010 und Pascal Wehrlein 2011. Alle haben eines gemeinsam: Am Ende der Saison feierten sie den Meistertitel. Mit bester Einstimmung kommt auch Nicolas Beer (Neuhuser Racing) zum Red Bull Ring. Im vergangenen Jahr bestritt der Neuhauser Racing Pilot sein erstes Rennen in der ADAC Formel Masters auf dem Nürburgring und konnte direkt in die Punkte fahren. Vor einer Woche konnte er an gleicher Stelle seinen ersten Sieg einfahren. Marvin Dienst sein Teamkollege sorgte mit seinem zweiten Platz im dritten Rennen für einen Doppel-Erfolg des österreichischen Teams. Damit ist Neuhauser Racing bestens für das anstehende Heimrennen auf dem Red Bull Ring gerüstet. Nicolas Beer peilt in Spielberg das nächste Highlight an."

Alessio Picariello (Mücke Motorsport): "Ich freue mich sehr über die Halbzeitmeisterschaft. Damit ist aber noch nichts gewonnen, denn wir haben erst vier Rennwochenenden absolviert und ich muss weiterhin Druck machen. Ich möchte versuchen, auf dem Red Bull Ring endlich das Triple zu schaffen und alle drei Rennen an einem Wochenende gewinnen"

Nicolas Beer (Neuhauser Racing):"Ich werde auf dem Red Bull Ring um meinen nächsten Sieg kämpfen und hoffentlich dem Team ein schönes Geschenk zum Heimrennen bereiten. Ich freue mich schon sehr auf die drei Rennen auf dem Red Bull Ring. Die Strecke ist schnell und wegen der anspruchsvollen Kurven gehört eine Menge Mut dazu, voll aufs Gas zu steigen."

Mit Stefan Riener fährt der einzige Österreicher im international besetzten Starterfeld für Neuhauser Racing. Der 18-jährige Serienneuling kann die Rückkehr nach Spielberg kaum noch erwarten. Am vergangenen Wochenende gelang dem Micheldorfer am Nürburgring mit Platz sechs sein bislang bestes Resultat, nur wenige Tage später will er seine gesammelten Erfahrungen in weitere gute Resultate umsetzen. Die Red Bull Juniorin Beuiske Visser peilt an diesem Wochenende ihren nächsten Sieg an. Sie kennt die 4,326 km lange Berg- und Talbahn mit ihren sieben anspruchsvollen Kurven ebenfalls aus der vergangenen Saison. Für die Niederländerin steht ein spezielles Rennwochenende an: Seit diesem Jahr gehört die Lotus-Pilotin zum Juniorenkader von Red Bull. Aus der Talenteschmiede des Formel-1-Teams ging unter anderem der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel hervor. Neben Beeitske Visser zählt auch ihr Lotus-Teamkollege Callan O'Keeffe zur Nachwuchsmannschaft von Red Bull. Auf dem Red Bull Ring verstärkt ein zusätzliches Team das Feld der Formel ADAC. HS Engineering aus dem österreichischen Siegendorf verleiht den heimischen Fans einen zusätzlichen Anreiz, ihre Lokalmatadoren vor Ort zu unterstützen. Das Team blickt auf eine zehnjährige Geschichte im Motorsport zurück und trat 2012 bereits in der Formel ADAC an. Am kommenden Wochenende schenkt die Mannschaft dem kuwaitischen Nachwuchstalent Zaid Ashkananj (17, KW, HS Engineering) das Vertrauen.

Stefan Riener (Neuhauser Racing): "Mein letztes Heimrennen bestritt ich vor neun Jahren im Kartsport. All die Fans und Freunde im Rücken zu wissen, motiviert mich unglaublich. Ich möchte es allen beweisen - vor allem in der Heimat."

Beitske Visser (Lotus): "Die Rennen finden in der Nähe des Red-Bull-Firmensitzes statt und ich bin sicher, dass einige Mitglieder des Teams mir vor Ort die Daumen drücken", sagt Visser. "Deshalb bin ich noch motivierter, dort ein gutes Ergebnis zu erzielen. Die Konkurrenz ist groß, aber ich rechne mir Chancen auf meinen zweiten Saisonsieg aus."

Das freie Training der Formel ADAC Masters stand von 11.20 Uhr bis 12.05 Uhr auf dem Programm. Immer wieder wechselten die Positionen des öfteren. In der Schlußphase lag Ralph Boschung (Team KUG Motorsport))auf Rang eins, gefolgt von Alessio Picariello (Mücke Motorsport) und Jason Kremer (Schiller Motorsport). In den letzten drei Minuten hatte sich dann der Tabellenführer als schnellster Mann erwiesen. Nachdem die 45 Minuten um waren, hatte niemand die Zeit von Alessio Picariello mit 1:37,635 Minuten unterboten. Hinter ihm lagen Ralph Boschung und Jason Kremer. Beitske Visser (Lotus) war auf Platz fünf die beste Dame. Stefan Riener (Neuhauser Racing) musste sich zunächt mit Platz elf zufrieden geben. Einen Rang vor ihm stand sein Teamkollege Nicolas Beer. Stephane Kox (Team KUG Motorsport), die zweite Dame im Feld nahm Rang 17 ein. Zwei Plätze hinter ihr lag der Neuzugang der kuwaitische Pilot Zaid Ashkananj (HS Engiennering). Im nachhinnein erhielt Hendrik Grapp (ADAC Berlin Brandenburg) von der Rennleitung eine Bestrafung und zwar wird er um fünf Startpositonen versetzt, weil er unter gelb im dritten Sektor Bestzeit gefahren war. Er wurde auf Platz vierzehn gewertet.

Alessio Picariello (Mücke Motorsport), Erster: "Ich war heute zum ersten Mal Schnellster im Training, das werte ich als gutes Zeichen für das Wochenende. Zu Beginn war die Strecke noch recht grün, verbesserte sich aber stetig. Wir testeten einige neue Dinge und sie funktionierten gut. Ich mag den Red Bull Ring sehr und im Moment läuft alles nach Plan. Ich hoffe auf ein sehr gutes Qualifying, denn ich visiere das Triple an. Felix Rosenqvist hat auf dem Red Bull Ring alle drei Rennen in der Formel 3 EM für Mücke Motorsport gewonnen. Nun habe ich mit meinem Mechaniker ausgemacht, dass wir diesen Rekord einstellen werden."

Ralph Boschung (KUG Motorsport), Zweiter: "Ich habe lange Zeit an der Spitze der Zeitentabelle gelegen, aber dann gelang Alessio Picariello eine noch bessere Runde und ich war Zweiter. Das macht aber nichts, wir konnten gute Fortschritte erzielen - und verbessern kann man sich immer. Ich hoffe im Qualifying auf trockene Bedingungen und peile einen Platz in den Top-Drei an."

Jason Kremer (Schiller Motorsport), Dritter: "Platz drei ist ein gutes Ergebnis, damit nehme ich das weitere Wochenende zuversichtlich in Angriff. Mein Ziel ist die nächste Doppel-Pole in dieser Saison - in den vergangenen zwei Jahren war ich am Red Bull Ring immer schnell unterwegs und ich weiß, wo man hier am besten überholen kann. Außerdem halte ich den Rundenrekord in Spielberg, vielleicht kann ich diese Zeit ja noch einmal unterbieten."

Am Samstagmorgen wurde es dann ernst für die Pilotinnen und Piloten, denn nun stand das Qualifying an, in dem die Startaufstellungen für das samstägige Rennen und das Rennen am Sonntagmorgen ausgefahren werden auf dem Zeitplan. Die schnellste Runde zählte für den Lauf am Samstag und die zweitschnellste war ausschlaggebend für das Rennen am Sonntagmorgen. In dieser halben Stunde wechselten des öfteren die Positionen. Am Schluß hatte sich Maximilian Günther nach 16 Runden mit einer Zeit von 1:36,808 Minuten die Pole für Samstag gesichert. Hinter ihm werden Alessio Picariello und Ralph Boschung ins Rennen gehen. In der zweiten und dritten Startreihe standen Jason Kremer, Nicolas Beer und die beste Dame Beitske Visser. Stephane Kox musste von Rang 17 aus starten. Einen Platz vor ihr nahm der Neuzugang Zaid Ashkanani das Rennen auf. Hendrik Grapp der um fünf Startplätze nach hinten versetzt wurde, stand nun in der siebten Startreihe.

Maximilian Günther hatte im nachhinein mit 1:36,938 Minuten auch die zweitschnellste Runde gefahren und wird daher auch am Sonntag von der Pole aus ins Rennen gehen. Startplatz zwei und drei gingen an den Tabellenführer Alessio Picariello und an Jason Kremer. Ralph Boschung musste sich nun mit Startplatz vier zufrieden geben. Nicolas Beer und Beitske Visser waren auf die Startplätze sechs und elf abgerutscht. Um einen Platz verbessert hatten sich Hendrik Grapp und Zaid Ashkananj. Der Lokalmatador Stefan Riener hatte seinen siebten Startplatz verteidigt und wird versuchen von dort aus weiter nach vorne zu kommen.

Maximilian Günther (Mücke Motorsport), Pole Rennen 1 und 2: "Zum zweiten Mal in Folge die Doppelpole - das ist unglaublich. Es war ein super Qualifying, denn ich konnte mich stetig steigern und alles Besprochene perfekt umsetzen. Mir war nicht bewusst, wie eng es zwischen mir und meinem Teamkollegen Alessio Picariello war. Ich sah während des Qualifyings auf der Boxentafel die Eins und wusste, dass ich gut dabei war. Mir war aber klar, dass die anderen noch nachlegen würden und ich versuchte, mich konstant zu steigern. Glücklicherweise fuhr ich auf meiner letzten Runde nochmals eine absolute Bestzeit. Ich bin sehr glücklich und werde versuchen, am Nachmittag das Beste daraus zu machen und ganz vorne anzukommen."

Ihren dreizehnten Saisonlauf nahmen die Pilotinnen und Piloten am Samstagmittag unter die Räder. Nach der Einführungsrunde funktioniert der Start ohne große Probleme und Maximilian Günther konnte seine Position behaupten und führte das Feld in die erste Kurve. Hier kamen sie alle gut hindurch und der Kampf um die Positionen begann. Der Tabellenführer setzte bereits in der ersten Runde den Pole-Setter unter Druck. Jason Kremer hatte beim Start einen Platz gut gemacht und konnte sich auch ein wenig von Ralph Boschung absetzen. Nach der ersten Runde führte weiterhin Maximilian Günther mit einem knappen Vorsprung von 0,499 Sekunden, gefolgt von Alessio Picariello und Jason Kremer. Beitske Visser und Stefan Riener hatten ihre Positionen nicht behaupten können und lagen auf den Plätzen sechs und neun. Hendrik Grapp, Kim Luis Giersiepen, Giorgi Maggi und Hannes Utsch hatten Boden gut gemacht. Sie fuhren auf den Plätzen dreizehn, 16, 19 und 20. Im Verlauf der dritten Runde hatte Maximilian Günther zwei Plätze verloren. Der Tabellenführer führte nun das Feld an vor Jason Kremer. Auf Rang drei befand sich jetzt Maximilian Günther.

Beim nächsten Umlauf war Hannes Utsch eingangs der Start und Zielgeraden auf Abwegen unterwegs. Stefan Riener und Hendrik Grapp hatten wieder einen Kontrahenten niederringen können. Die ersten drei Piloten hatten sich nach vier Runden etwas vom übrigen Feld abgesetzt. Ralph Boschung, der auf Platz fünf zurückgefallen war, hatte alle Hände voll zu tun sich den Angriffen von Mikkel Jensen zu erwehren. Nicolas Beer auf Platz vier versuchte den Anschluß an Maximilian Günther zu bekommen. Hinter Mikkel Jensen befanden sich auch noch Beitske Visser und Stefan Riener. In der sechsten Runde war Mikkel Jensen in einem harten Manöver an Ralph Boschung vorbeigegangen. Beide berührten sich. Die Nutznießer dieser Aktion waren Beitske Visser und Nicolas Beer. Sie waren auf die Plätze fünf und sechs vorgefahren. Bei noch dreizehn Minuten zu fahrender Zeit hatte sich der Führende noch nicht absetzen können. In der achten Runde waren Ralph Boschung und Beitske Visser aneinander geraten, mit der Folge das beide Plätze einbüsten. Zur gleichen Zeit war Hannes Utsch an Giorgio Maggi vorbeigegangen, nachdem der Schweizer zu weit nach außen gekommen war.

Hendrik Grapp hatte zuviel riskiert und war in der neunten Runde von der Strecke gerutscht und musste sich dann auf Platz 20 wieder einreihen. Für Fabian Schiller war zu dieser Zeit das Rennen früher beendet als geplant, denn er war zur Box gekommen. Ralph Boschung hatte eine Durchfahrtsstrafe von der Rennleitung bekommen wegen pushing another car. Beitske Visser und Ralph Boschung standen zu dieser Zeit auch in der Box und beendeten dort ihr Rennen. Damit war Stephane Kox, die zweite Dame im Feld auf Platz 15 die beste Dame. An der Spitze hatte sich unterdessen ein Quartett gebildet. Hier ging es mächtig zur Sache. Da sich Jason Kremer, Maximilian Günther und Nicolas Beer auf den Rängen zwei, drei und vier immer mehr behackten, konnte der Führende sich ein wenig absetzen. In der zwölften Runde hatte Nicolas Beer es endlich geschafft an Maximilian Günther vorbeizugehen und lag nun auf Rang drei. In der Schlußphase schossen Marvin Dienst und Mikkel Jensen von der Strecke. Letzterer stieg dann auch aus und damit war für ihn dort das Rennen beendet. Seinen achten Saisonsieg fuhr Alessio Picariello nach 16 Runden ein, gefolgt von Jason Kremer und Maximilian Günther. Stefan Riener wurde als Fünfter abgewunken, es war bislang sein bestes Ergebnis und Stephane Kox sah das Ziel auf Platz dreizehn. Vor ihr kam der Neueinsteiger ins Ziel.

Alessio Picariello (ADAC Berlin-Brandenburg e.V., Mücke Motorsport), Sieger: "Es war alles andere als einfach, diesen Sieg zu erringen, umso mehr freue ich mich darüber. Zu Beginn konnte ich Maximilian Günther gut folgen, entschied mich aber, ihn nicht sofort zu überholen. Nach einigen Runden ging ich in Führung und hatte fortan Jason Kremer hinter mir. Immer wenn ich einen kleinen Vorsprung herausgefahren hatte, kam er im Windschatten in Richtung Kurve zwei wieder an mich heran. Ein kleines Problem mit den Bremsen erschwerte mein Rennen zusätzlich. Meine Vorderräder blockierten und ich rutschte etwas. Für die kommenden Rennen bin ich aber optimistisch, denn unser Speed war sehr gut und ich bin sicher, dass wir die kleinen Probleme lösen werden."

Jason Kremer (Schiller Motorsport), Zweiter: "Mit meinem zweiten Platz bin ich recht zufrieden. Gleich nach dem Start ließ ich es in der ersten Kurve etwas langsamer angehen, um am Kurvenausgang die bessere Ausgangslage zu haben - das gelang perfekt und ich war Dritter. Nachdem ich Maximilian Günther überholt hatte, war der Sieg in Reichweite. Alessio Picariello war im zweiten Sektor schneller als ich. In den anderen Streckenabschnitten holte ich den Rückstand aber immer wieder auf. Ein waghalsiges Überholmanöver war mir mit Blick auf die Gesamtwertung allerdings zu riskant. Mit diesem Ergebnis bin ich in der Meisterschaft wieder näher an die Spitze herangerückt. Am Sonntag werde ich versuchen, mit einem Sieg noch mehr Boden gutzumachen."

Nicolas Beer (Neuhauser Racing), Dritter: "Das war einfach ein perfektes Rennen und ich freue mich riesig über den Podestplatz. Ich erwischte einen guten Start und mein Auto hatte einen unglaublich guten Speed. Vielen Dank an mein Team für die harte Arbeit. Im Rennverlauf musste ich den Kontakt zu Rang drei etwas abreißen lassen, da ich durch Steine auf der Strecke etwas aus dem Rhythmus gekommen bin. Als ich aber Maximilian Günther vor mir sah, war ich sicher, dass ich ihn überholen würde - das ist mir gelungen. Der zweite Rang wäre mit hohem Risiko noch möglich gewesen, die sicheren Punkte für die Meisterschaft hatten für mich aber Vorrang. Nun bin ich erneut Zweiter in der Gesamtwertung und hoffe, beim Heimrennen meines Teams noch weitere wichtige Punkte sammeln zu können."

Die Fahrerinnen und Fahrer nahmen bei Sonnenschein am Sonntagmorgen ihr zweites Rennen an diesem Wochenende unter die Räder. Nach der Einführungsrunde funktionierte der Start ohne Komplikationen und der Pole-Setter konnte seine Position wiederum behaupten und bog als Erster in die erste Kurve hinein. Danach ging es zu Dritt auf die nächste Kurve zu. Dort konnte sich dann Maximilian Günther durchsetzen und führte nach der ersten Runde weiterhin das Feld an vor Alessio Picariello und Jason Kremer. Zwischenzeitlich waren sich Ralph Boschung und Hendrik Grapp nicht ganz einig, mit der Folge das beide von der Strecke segelten. Zu dieser Zeit hatte Ralph Boschung von der Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe erhalten, weil beim drei Minutenschild noch Arbeiten am Auto vorgenommen worden waren. Im Verlauf der zweiten Runde war Zaid Ashkananj etwas im Kiesbett auf Abwegen unterwegs. An der Spitze war ein harter Kampf entstanden zwischen Maximilian Günther und dem Tabellenführer. Beide schenkten sich nichts. Sie kamen nun des öfteren auch schon einmal etwas durch den Dreck. Beitske Visser hatte einen Platz eingebüst.

Stefan Riener, der von Rang sieben aus ins Rennen gegangen war hatte man nach drei Runden bis auf Platz 17 durchgereicht. Im Verlauf der vierten Runde war Callan O`Keeffe von der Strecke gesegelt, nachdem er zuvor einen kleinen Schubser von Benedikt Gentgen erhalten hatte. Er schlug danach leicht in die Leitschienen ein. An der Spitze hatte es einen Führungswechsel gegeben und zwar hatte der Tabellenführer den Pole-Setter niedergerungen. Zu dieser Zeit hatte Ralph Boschung die Box angesteuert und gab dort das Rennen früher auf als geplant, anscheinend hatte die Berührung mit Hendrik Grapp doch mehr Schaden am Fahrzeug verursacht als gedacht. Beim nächsten Umlauf war auch Callan O`Keeffe in die Box gekommen und musste nach seinem Einschlag dort das Rennen beenden. Stefan Riener hatte zwischenzeitlich wieder Boden gut gemacht und war auf Rang zwölf vorgefahren. Vor ihm befand sich Stephane Kox, die zweite Dame im Feld. Von alledem bekam der Führende Alessio Picariello nichts mit, denn er hatte seinen Vorsprung schon auf über eine Sekunde ausgebaut.

In der siebten Runde erhielt Hannes Utsch eine Durchfahrtsstrafe wegen Pushing antoher car. Er hatte nämlich Zaid Ashkananj touchiert. Nicolas Beer auf Platz drei hatte alle Hände voll zu tun sich Jason Kremer vom Hals zu halten. Marvin Dienst erhielt auch eine Durchfahrtsstrafe wegen Verlassens der Strecke unter Vorteilsnahme. Er lag zu dieser Zeit auf Rang sechs. Jason Kremer bekam es nun mit Indy Dontje zu tun. Dieser hatte auch noch Marvin Dienst im Schlepptau. Letzterer musste aber noch seine Strafe antreten. Auch im hinteren Feld hatten sich Grüppchen gebildet, in denen hart um jede Position gekämpft wurde. In der zehnten Runde trat Hannes Utsch seine Strafe an und eilte nun dem Feld hinterher. Zaid Ashkananj hatte bei noch neun Minuten zu fahrender Zeit einen Dreher zu verzeichnen. Bei einem harten Zweikampf zwischen Nicolas Beer und Jason Kremer hatte Letzterer sein Fahrzeug fast weggeschmissen, weil Nicolas Beer ihn immer weiter in den Dreck gedrückt hatte. Jason Kremer konnte sein Fahrzeug aber abfangen und ging in der Remus Kurve an Nicolas Beer vorbei.

Marvin Dienst hatte nach elf Runden seine Durchfahrtsstrafe angetreten. Für die Aktion mit Jason Kremer erhielt nun auch Nicolas Beer eine Durchfahrtsstrafe. An der Spitze hatte sich Maximilian Günther mit 0,294 Sekunden wieder an Alessio Picariello herangearbeitet. Fabian Schiller war unterdessen mit einem schief herunterhängenden Heckflügel unterwegs. Bei noch drei Minuten kam dann auch Nicolas Beer zum Strafantritt in die Box. Davon profitierten nun die nachfolgenden Piloten, die alle einen Platz nach vorne rutschten. Stefan Riener hatte sich derzeit wieder in die Punkte gefahren. Trotz seines kaputten Heckflügels war Fabian Schiller auf Rang sieben unterwegs. Vor ihm befand sich die schnellste Dame Beitske Visser. In den letzten zwei Runden wurde die Gangart an der Spitze härter. Immer wieder versuchte Maximilian Günther an dem Belgier vorbeizugehen, doch dieser schlug ihm immer wieder die Tür vor der Nase zu. Auch auf Rang vier ging es zur Sache. Indy Dontje musste sich harten Attacken von Mikkel Jensen erwehren.

Im nachhinein konnte der Niederländer den Dänen nicht halten und musste diesen ziehen lassen. Nach 16 Runden wurde Alessio Picariello zum zweiten Mal an diesem Wochenende mit einem knappen Vorsprung von 0,342 Seklunden als Sieger abgewunken. Hinter ihm überquerten Maximilian Günther und Jason Kremer auf den Rängen zwei und drei das Ziel. Beitske Visser sah auf Rang sechs die Zielflagge. Stefan Riener und Nicolas Beer wurden auf Platz neun und zehn gewertet. Zaid Ashkananj beendete sein zweites Rennen auf dem 16. Platz. Stephane Kox kam als Elfte ins Ziel. Nach dem Rennen mussten alle zu einem außerordentlichen Briefing bei der Rennleitung antreten.

Mit 252 Punkten führt weiterhin Alessio Picariello die Meisterschaft an, gefolgt von Maximilian Günther mit 154 und Nicolas Beer mit 139 Punkten. Auf Rang eins in der Team-Wertung liegt Mücke Motorsport mit 404 Zähler vor Neuhauser Racing Team mit 276 und Schiller Motorsport mit 218 Zähler.

Alessio Picariello (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.), Sieger: "Neun Siege und stets das zweite Rennen des Wochenendes gewonnen - das ist ein sehr gutes Gefühl. Ich wusste bereits seit gestern, dass es heute nicht einfach werden würde. Das bewahrheitete sich, denn mein Teamkollege Maximilian verteidigte die Führung zu Beginn des Rennens sehr gut. Erst durch seinen Fehler konnte ich die Spitze übernehmen. Es gelang mir aber nicht, mich von ihm abzusetzen. Dabei spielte der Windschatten sicher eine Rolle. Für das dritte Rennen stehe ich erneut auf Startposition acht. Der Sieg ist nicht unmöglich, denn im vergangenen Jahr gab es auf dem Red Bull Ring viele Überholmanöver - ein Podestplatz ist das realistische Ziel."

Maximilian Günther (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.), Zweiter: "Ich bin mit meinem Rennen sehr zufrieden. Meine Pace war sehr gut und ich konnte die Angriffe von Alessio zunächst abwehren. Leider blockierte wenig später in Kurve eins mein Rad und ich erwischte sie dadurch nicht optimal - diesen Fehler hat mein Teamkollege sofort ausgenutzt und mich überholt. Ich konnte ohne Probleme seine Zeiten fahren, war teilweise sogar schneller als er und gab den Sieg bis zur Ziellinie nicht auf. Leider hat es nicht ganz gereicht. Im dritten Rennen werde ich versuchen, wichtige Punkte für die Meisterschaft zu sammeln. Ich bin jetzt wieder Zweiter in der Gesamtwertung und möchte den Abstand nach vorne weiter verkürzen."

Jason Kremer (Schiller Motorsport), Dritter: "Ich freue mich über meinen erneuten Podestplatz, ein bisschen mehr wäre aber drin gewesen. In Runde eins lag ich sogar in Führung, fiel danach aber etwas zurück. Wäre das Rennen noch zehn Runden länger gegangen, hätte ich vielleicht sogar wieder zur Spitze aufschließen können. Der Zwischenfall mit Nicolas Beer war etwas brenzlig. Ich war auf der Geraden schneller und wollte mich neben ihn setzen. Ich musste auf die Wiese ausweichen und hatte bei der Rückkehr auf die Strecke Angst vor einer Berührung. Ich nehme ihm sein Manöver aber nicht übel, schließlich konnte ich die Position gewinnen. Beim dritten Rennen starten meine beiden Hauptkonkurrenten hinter mir. Auch diesmal sollte ein gutes Ergebnis möglich sein."

Für ihren 15. Lauf mussten die Fahrerinnen und Fahrer am Sonntagnachmittag noch einmal hinaus auf die Strecke. Wiederum klappte der Start nach der Einführungsrunde ohne Probleme. Die ersten acht aus dem Rennen von Sonntagmorgen tauschten ihre Platzierungen. Damit stand nun Fabian Schiller auf der Pole, gefolgt von Kim Luis Schramm und Beitske Visser. Fabian Schiller konnte nach dem Ausschalten der Startampel seine Führungsposition behaupten und führte das Feld in die erste Kurve. Mit viel Disziplin ging es hier hindurch. Er hatte sich auch nach kurzer Zeit bereits etwas vom übrigen Feld abgesetzt. Hinter ihm kam es schon zu harten aber fairen Zweikämpfen. Es dauerte nicht lange und Jason Kremer und Alessio Picariello gerieten aneinander, mit der Folge das beide im Kiesbett landeten. Jason Kremer konnte seine Fahrt fortsetzen. Hingegen musste der Tabellenführer geborgen werden. Sofort schickte die Rennleitung das Safety Car heraus. An der Spitze führte zu dieser Zeit Fabian Schiller mit einem Vorsprung von 2,071 Sekunden, gefolgt von Kim Luis Schramm und Beitske Visser. Nicolas Beer und Stefan Riener befanden sich auf den Plätzen sieben und elf.

Der Re-Start erfolgte nach zwei Runden und ging zu Gunsten des Führenden aus. Jason Kremer war zu dieser Zeit auch nicht mehr mit von der Partie. Kim Luis Schramm musste sich nun den Attacken von Beitske Visser erwehren. Zunächst einmal musste die Niederländerin zurückstecken. Im Verlauf der dritten Runde war Hendrik Grapp auf Abwegen unterwegs. Eingangs der Start und Zielgeraden drehte sich Mikkel Jensen auf der Strecke und blieb dort liegen. Wiederum musste das Safety Car herauskommen. Nachdem man dort das Fahrzeug geborgen hatte konnte das Rennen nach sechs Runden freigegeben werden. Fabian Schiller konnte zwar zunächst seine Position behaupten, doch dann kam man zu viert aus der Remus Kurve hinaus. Der Pole-Setter hatte im nachhinein an Boden verloren. Um die Führung stritten nun Kim Luis Schramm und Beitske Visser. Im nachhinein hatte sich die Niederländerin durchgesetzt und führte das Feld an vor Indy Dontje und Kim Luis Schramm an. Fabian Schiller war bis auf Platz sechs zurückgefallen. In der achten Runde gab es um die Spitze ein niederländisches Duell.

Hannes Utsch auf Rang 18 fahrend war etwas auf Abwegen unterwegs. Beim nächsten Umlauf hatte Hendrik Grapp zum zweiten mal das Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle, denn er drehte sich. Konnte seine Fahrt aber wieder aufnehmen. Es hatte zwischenzeitlich einen Führungswechsel gegeben und zwar war Indy Dontje an seine Landsmännin vorbeigegangen. Diese hatte nun alle Hände voll zu tun sich Kim Luis Schramm vom Hals zu halten. Stephane Kox befand sich zu dieser Zeit auf Platz vierzehn. Um Rang sieben ging es mächtig zur Sache zwischen Marvin Dienst und Stefan Riener. Zu diesen beiden gesellte sich jetzt auch noch Ralph Boschung. Die ersten neun Fahrzeug waren dicht beisammen. Maximilian Günther der von Rang sieben aus ins Rennen gegangen war versuchte sich nun Kim Luis Schramm auf Rang drei zurecht zulegen. Da sich sechs Fahrzeuge hinter dem Führenden immer wieder behackten, konnte Indy Dontje an der Spitze sich Luft verschaffen. Bei noch zweieinalb Minuten zu fahrender Zeit hatte der Führende einen Vorsprung von 1,584 Sekunden.

Beitske Visser hatte ihren zweiten Rang nicht behaupten können, denn Platz zwei und drei hatten Kim Luis Schramm und Fabian Schiller eingenommen Beitske Visser kam an das Hinterrad von Kim Luis Schramm und dieser löste dann eine Kettenreaktion aus, mit der Folge das Maximilian Günther und ein weiterer Kontrahent im Kiesbett landeten. Die Rennleitung brach nun das Rennen mit der roten Flagge ab. Indy Dontje wurde nach elf Runden mit einem Vorsprung von 0,360 Sekunden als Sieger abgewunken, gefolgt von Beitske Visser und Kim Luis Schramm. Nicolas Beer und Stefan Riener sahen auf den Rängen fünf und acht die Zielflagge.

Gegen 16.00 Uhr gab die Rennleitung ein neues Ergebnis heraus und zwar hatte man Beitske Visser im nachhinein noch eine 30ig Sekunden Strafe aufgebrummt. Daher wurde sie nicht auf Platz zwei gewertet, sondern auf Rang 18. Alle nachfolgenden Piloten rutschten nun einen Rang nach oben. Platz zwei und drei nahmen nun Kim Luis Schramm und Maximilian Günther ein.

In der Meisterschaft liegt weiterhin Alessio Picariello mit 252 Punkten auf Platz eins, gefolgt von Maximilian Günther mit 162 und Nicolas Beer mit 146 Punkten. In der Teamwertung hat Mücke Motorsport mit 414 Zähler die Nase vorne vor Neuhauser Racing Team mit 290 und Schiller Motorsport mit 229 Zähler.

Indy Dontje (Lotus): "Das war eines der spektakulärsten Rennen meiner Formelkarriere. Nach Rennende saß ich auf der Start/Ziel-Geraden in meinem Auto und wusste zunächst überhaupt nicht, was passiert war. Erst als ich mein Team jubeln sah, wurde mir bewusst, dass ich das Rennen gewonnen hatte. Diesen Erfolg möchte ich meiner Lotus-Truppe widmen, die sehr hart für dieses Ergebnis gearbeitet hat. Der Sieg hier auf dem Red Bull Ring war der erste Schritt in eine hoffentlich noch erfolgreichere Zeit in der Formel ADAC."

Kim-Luis Schramm (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.): "Mein erster Podestplatz in der Formel ADAC - dort oben zu stehen, ist einfach ein unglaubliches Gefühl. Es war ein hart umkämpftes und unbeschreibliches Rennen. Teilweise fuhren vier Autos nebeneinander in die Kurven. Leider gelang mir der erste Re-Start nicht perfekt, der zweite war dafür umso besser. Ich griff an, musste gleichzeitig aber immer die Konkurrenz hinter mir im Auge behalten. Ich möchte mich sehr bei meinem Team bedanken, wir konnten uns über den Verlauf des Wochenendes hinweg kontinuierlich steigern und wurden mit einem tollen Ergebnis belohnt."

Maximilian Günther (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.): "Das war ein leicht verrücktes Rennen, aber ich freue mich sehr über meinen dritten Platz. Glücklicherweise konnte ich mich zu Rennbeginn aus den Zweikämpfen heraushalten und auf die vor mir fahrenden Piloten aufschließen. Das Rennen steckte voller Positionskämpfe, es ging vor und zurück. Rückblickend war es ein sehr erfolgreiches Wochenende für mich - immerhin erzielte ich je zwei Pole Positions und Podestplätze. Auch war ich so nah wie noch nie zuvor an meinem ersten Sieg dran. Leider hat es nicht geklappt, aber ich konnte dennoch wertvolle Punkte für die Meisterschaftswertung sammeln - das war ein wirklich gelungenes Wochenende."

Alessio Picariello (ADAC Berlin-Brandenburg e.V.): "Ich erwischte einen guten Start und ging an meinem Teamkollegen vorbei. Leider entwickelte sich das Rennen danach etwas chaotisch. Meine Konkurrenten fuhren alle nach innen, daher entschied ich mich für meine normale Rennlinie. Leider berührte mich Jason Kremer von hinten und ich rutschte in den Kies. Trotz der verlorenen Punkte im dritten Rennen blicke ich sehr zufrieden auf das Rennwochenende zurück. Ich gewann zwei Rennen und baute meine Führung in der Meisterschaft weiter aus."

Nicolas Beer (Neuhauser Racing): "Mein Ergebnis stimmt mich nur bedingt zufrieden. Mein Start verlief sehr gut, durch den turbulenten Rennverlauf ging es danach aber auf und ab. Es ist sehr schade, dass das Rennen vorzeitig abgebrochen wurde, denn zu diesem Zeitpunkt lag ich auf dem zweiten Rang. Alles in allem war das nicht mein Wochenende. Ich freue mich zwar sehr über den Podestplatz, im nächsten Rennen möchte ich mich aber deutlich steigern."

Stefan Riener (Neuhauser Racing): "Ich bin mit dem Sonntag leider nicht zufrieden. Ich hoffte auf die Pole Position im dritten Rennen, scheiterte aber ganz knapp. Insgesamt verliefen meine Heimrennen nicht ganz wie erhofft. Dennoch blicke ich auf drei Top-Zehn-Ergebnisse zurück und versuche, mit der gewonnenen Erfahrung zukünftig anzugreifen."


CS

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