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Däne startet von der Pole
Tabellenführer gewinnt den vierten Lauf

Für den Volkswagen Scirocco R-Cup steht auf dem Norisring der vierte Lauf auf dem Programm im Rahmen der DTM. Das „fränkische Monaco“ liegt mitten in Nürnberg: Der 1947 eröffnete Straßenkurs wird von Fahrern oft mit der legendären Stadtstrecke in Monte Carlo verglichen – zu Recht, denn dort geht es ähnlich heiß her. Trotz seines simplen Layouts fordert der nur 2,3 Kilometer kurze Kurs Piloten und Fahrzeuge aufs Härteste. Millimeterarbeit ist gefragt, wenn man nicht in der Leitplanke landen will. Besonders spektakulär für die Zuschauer sind die Haarnadelkurven am Dutzendteich und die Grundig-Kehre, in denen es richtig zur Sache geht: Hier kämpfen nicht selten drei oder mehr Fahrzeuge um Positionen und liefern sich beinharte Zweikämpfe. Das DTM-Wochenende am Norisring ist das Highlight der Saison.

Als Tabellenführer reist Kelvin van der Linde in die Frankenmetropole aber bei erst drei absolvierten Läufen ist bei weitem noch nichts entschieden. Mit drei zweiten Punktplätzen liegt die Dänien nur acht Punkte hinter dem Führenden. Weitere fünf Punkte zurück ist ihr Landsmann H. Kasper Jensen. Der Vizemeister vom vergangenen Jahr, der US-Boy Dennis Trebing liegt derzeit nur auf Rang elf, wird aber alles daran setzen auf dem Norisring reichlich Punkte einzufahren. Die Starterliste der Legenden kann sich sehen lassen: Der DTM-Champion von 1993, Nicola Larini (49), will es wieder wissen und tritt nach seinem Debüt in Hockenheim bereits zum zweiten Mal in der Saison an. Ob der Italiener hier wieder den Sack zumacht und sich Sieg Nummer zwei schnappt? Ebenfalls dabei sind Langstrecken-As Marco Werner (47), DTM-Veteran Harald Grohs (69), sowie Marc Duez (56), dreifacher belgischer Rallyemeister und einer der besten Sportwagen-Piloten.

Harald Grohs, Legenden-Pilot: "Ich bin bereits 1973 das erste Mal am Norisring gefahren und habe seitdem bestimmt über 30 Rennen dort absolviert. Manchmal sogar bis zu drei an einem Tag, das können sich die jungen Leute heute gar nicht mehr vorstellen. Ich nehme die Herausforderung im Volkswagen Scirocco R-Cup sehr gern an, weil ich das Prinzip der Chancengleichheit und das Umfeld toll finde."

Nicola Larini, Legenden-Pilot: "Der Sieg beim Saisonauftakt auf dem Hockenheimring ist eine schöne Erinnerung. Keine Frage, dass ich diesen Sieg jetzt auf dem Norisring verteidigen möchte! Ich war dort im letzten Jahr schon Dritter, vielleicht kann ich das Resultat noch verbessern."

Marco Werner, Legenden-Pilot: "Ich komme gern zum Scirocco R-Cup, weil er packende Zweikämpfe und viele Überholmanöver bietet. Zudem ist das ‚fränkische Monaco‘ immer gut für heiße Rennaction. Ich freue mich darauf, mir heiße Duelle mit alten Rennfahrerkollegen und jungen Wilden zu liefern.“"

Michelle Gatting, Gesamtzweite Scirocco R-Cup: "Ich trete natürlich auch auf dem Norisring mit dem Ziel an, wieder um die Podiumsplätze mitzufahren. Vielleicht geht es ja diesmal ganz nach oben. Das Rennen ist für mich auch aus einem anderen Grund ein besonderes: Der Tod von Allan Simonsen in Le Mans war ein großer Verlust, vor allem für den dänischen Motorsport. Er war ein Rennfahrer, der speziell jungen Nachwuchspiloten immer mit Tipps geholfen und uns in die richtige Richtung gelenkt hat."

Am Freitagnachmittag begaben sich die Fahrerinnen und Fahrer bei strahlendem Sonnenschein zum freien Training hinaus auf die 2,300 Kilometer lange Strecke. In den 45 Minuten wechselten immer wieder die Positionen. Bei noch 31 Minuten zu fahrender Zeit hatte sich der Legenden-Pilot Nicola Larini mit einer Zeit von 1:00,089 Minuten an die Spitze gefahren, gefolgt von Kasper H. Jensen und Patrick Eisemann. Zwei Minuten später hatte sich der Tabellenführer auf Rang drei geschoben, wurde dann aber von dem US-Amerikaner Dennis Trebing auf Platz vier verwiesen. Bei der nächsten Umrundung hatte er sich aber wieder auf Platz drei gefahren. Marco Werner, Harald Grohs und Marc Duez, die drei weiteren Legenden-Fahrer belegten zu dieser Zeit die Ränge neun, zwölf und 20.

Als beste Dame war Michelle Gatting auf Platz 17 unterwegs. Nach 17 gefahrenen Runden war Nicola Larini in die Box gekommen und wartete zunächst einmal ab. Am Ende dieser Sitzung war niemand an die Zeit von Nicola Larini herangekommen. Er war damit am Freitag der schnellste Mann im Feld. Hinter ihm lagen Kasper H. Jensen und Kelvin van der Linde. Marco Werner, Harald Grohs und Marc Duez mussten sich zunächst mit den Rängen fünf, 21 und 22 zufrieden geben. In der Schlußphase hatte Mikaela Ählin-Kottulinsky noch einies zulegen können und platzierte sich auf Rang sieben. Damit war sie beste Dame im Feld. Michelle Gatting nahm Platz elf ein.

Für die Pilotinnen und Piloten wurde es am Samstagvormittag ernst, denn nun mussten sie ihre Startaufstellung für das Rennen am Nachmittag ausfahren. Zunächst einmal wechselten die Positionen immer wieder. Die Zeiten gegenüber gestern wurden schneller. Der Däne Nicolai Moller Madsen hatte sechs Runden absolviert und sich mit einer Zeit von 1:00,050 Minuten die Pole-Position gesichert. Hinter ihm werden Michelle Gatting, sie ist die beste Dame im Feld und Kelvin van der Linde starten. Die Legenden-Piloten Nicola Larini, Marco Werner, Harald Grohs und Marc Duez werden von den Rängen neun, elf , 20 und 22 aus ins Rennen gehen.

Ihren vierten Lauf nahmen die Protagonisten am Samstagnachmittag bei sehr warmen Wetter unter die Räder. 15 Mal konnten die ersten sechs ihr Push-to-pass-System betätigen. Die nachfolgenden Fahrer haben dann 16 Mal die Chance ihre 50 PS mehr abzurufen. Nach den zwei Einführungsrunden funktionierte der Start ohne Probleme und der Pole-Setter konnte seine Position behaupten und führte das Feld in die erste Kurve hinein. Kelvin van der Linde hatte einen sehr weiten Weg nach außen gekonommen. Hier kamen sie alle sehr gut hindurch. Wenig später war sich Ross Wylie mit einem anderen Kokurrenten nicht ganz einig, mit der Folge, das der Brite in der Mauer landete und das Rennen neben der Strecke beenden musste. Nach der ersten Runde führte weiterhin Nicolai Moller Madsen vor Michele Gatting und Kelvin van der Linde. Im Verlauf der zweiten Runde hatte Nicola Larini zuviel riskiert und touchierte mächtig die Mauer. Zwischenzeitlich war Michele Gatting auf Rang vier zurückgefallen.

Auf Rang sieben war Marco Werner als bester Legenden-Pilot unterwegs. Direkt hinter ihm lag Nicola Larini. Harald Grohs hatte drei Plätze gut gemacht. Überall im Feld wurden harte aber faire Zweikämpfe ausgetragen. Der Pole-Setter hatte in der vierten Runde seine Führung verloren, denn der Tabellenführer setzte sich an die Spitze. Mikaela Ählin-Kottulinsky hatte bereits auch einen Platz gut machen können. Kelvin van der Linde hatte sich mit 1,2 Sekunden vom übrigen Feld abgesetzt. Hinter ihm ging es mächtig zur Sache. In der Grundigkehre wollte Nicolai Moller Madsen sich an Kasper H. Jensen anlehnen, mit der Folge, das beide havariert neben der Strecke liegen blieben. Zur gleichen Zeit erhielt Nicola Larini eine Durchfahrtsstrafe wegen Verlassens der Strecke. Von dem Unfall hatte Michele Gatting profitiert und war wieder auf Rang zwei vorgefahren. Platz drei nahm nun Manuel Fahnauer ein. Der Vorsprung des Tabellenführers war wieder geschrumpft, denn die Dänin war bis auf 0,7 Sekunden an ihm herangekommen.

Harald Grohs hatte sich zwischenzeitlich auf Rang 15 gefahren. Er musste sich harten Attacken von Yann Ehrlacher erwehren. Nach neun gefahrenen Runden kam das Safety Car heraus, weil Nicolai Moller Madsen wohl versucht hatte sich noch einmal auf den Weg zu machen und dann plötzlich mitten auf der Strecke stand. Dadurch waren alle herausgefahrenen Vorsprünge erst einmal futsch. Nach zwölf Runden trat Nicola Larini dann seine Durchfahrtsstrafe an und musste sich am Ende des Feldes wieder anschließen. Zwei Runden später erfolgte der Re-Start, der zu Gunsten des Tabellenführers aus ging. Michele Gatting hatte nicht damit gerechnet, das der Führende so schnell das Tempo anziehen würde, denn der Vorsprung betrug schon wieder 1,2 Sekunden. Für Nicola Larini war das Rennen zu dieser Zeit beendet, denn er hatte im nachhinein die schwarze Flagge erhalten, denn er war eine Runde zu spät hereingekommen.

Michele Gatting auf Platz zwei führte ein Trio an mit Manuel Fahnauer und Mikaela Ählin-Kottulinsky. Einen harten Kampf lieferten sich auch Ambalavanan Sandeep Kumar und Kenneth Kröpfl. Hier ging es um Rang neun. In der 18. Runde geriet er dann mit dem Inder aneinander, mit der Folge das Kenneth Kröpfl in die Mauer einschlug. Er kam dann auch wenig später zu seiner Box zurück. Von alledem bekam der Führende nichts mit, denn er war mit 2,1 Sekunden auf und davon gefahren. Harald Grohs hatte sich bereits auf Rang dreizehn nach vorne gearbeitet und versuchte sich nun den Inder zurecht zu legen. Marco Werner war als bester Legenden-Fahrer auf Rang fünf unterwegs. Er hatte nach vorne und hinten genug Luft. In der letzten Runde hatte Jordan Lee Pepper sich Luca Rettenbacher zurecht gelegt und zog vorbei. Damit befand er sich sich nun auf Platz sechs. Nach 21 Runden sah Kelvin van der Linde als Erster das Ziel, gefolgt von Michele Gatting und Manuel Fahnauer. Marco Werner beendete auf Platz fünf als bester Legenden-Pilot das Rennen, Harald Grohs und Marc Duez sahen das Ziel auf den Rängen dreizehn und 16. Die zweite Dame wurde auf Rang vier gewertet.

In der Meisterschaft führt weiterhin Kelvin van der Linde mit 140 Punkten, gefolgt von Michele Gatting mit 120 und Jordan Lee Pepper mit 82 Punkten. In der Junior-Wertung liegt Jordan Lee Pepper mit 90 Zähler auf Platz eins. Rang zwei und drei gehen an Manuel Fahnauer mit 88 und Lukas Schreier mit 71 Zähler. Die Motorsport-Allstars haben mit 116 Punkten die Nase vorne vor den DTM-Legenden mit 70 Punkten.

Kelvin van der Linde, Sieger: "Ich hätte vorher nicht damit gerechnet, am Norisring zu gewinnen. Das Rennen ist das härteste der Saison, die Abstände sind so minimal, dass jeder die Nase vorn haben kann. Den Start habe ich gut erwischt, konnte dadurch gleich in der ersten Runde Michelle überholen. Als ich kurz darauf auch an Nicolai Moller Madsen vorbeiziehen konnte, habe ich mit Push-to-pass versucht, eine Lücke rauszufahren. Auch den zweiten Start nach der Safety-Car-Phase habe ich perfekt getimt. In der Gesamtwertung sieht es jetzt natürlich sehr gut aus, aber noch sind fünf Rennen zu fahren. Meinen Sieg widme ich Allan Simonsen, zu dessen Gedenken wir alle einen Aufkleber am Auto hatten. Er war ein großartiger Rennfahrer und in Gedanken waren heute alle Scirocco-Cup-Piloten bei ihm."

Michele Gatting, Platz zwei: "Ich bin nicht so zufrieden mit dem Rennverlauf. Der zweite Platz ist zwar ein schöner Erfolg, aber vor dem Rennen hatte ich auf den Sieg gehofft. Leider habe ich kurz nach dem Start dann zwei Plätze verloren. Dazu bin ich heute zu aggressiv gefahren, dadurch waren meine Bremsen gegen Rennende zu heiß."

Manuel Fahnauer, Platz drei: "Mein erstes Podium, es gibt kein besseres Gefühl! Ich bin einfach überglücklich. Beim Start habe ich mich aus dem Getümmel raushalten können und durch den Unfall bin ich dann recht früh nach vorn gespült worden. Beim Safety-Car-Start habe ich versucht, Michelle zu attackieren, aber eine Überholchance gab es nicht wirklich. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen am Nürburgring. Der dritte Platz macht definitiv Lust auf mehr."


CS

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