Monza
22.03. - 24.03.2013

Marrakech
05.04. - 07.04.2013

Slovakia Ring
26.04. - 28.04.2013

Budapest
03.05. - 05.05.2013

Salzburg
17.05. - 19.05.2013

Moskau
07.06. - 09.06.2013

Porto
29.06. - 30.06.2013

Termas de Rio Hondo
02.08 - 04.08.2013

Sonoma
06.09. - 08.09.2013

Suzuka
20.09. - 22.09.2013

Shanghai
01.11. - 03.11.2013

Macau
15.11. - 17.11.2013


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Chevrolet und Honda teilen sich die Siege
Muller in Shanghai allein voran

Die "Asien-Wochen" der WTCC gehen in die nächste Runde. Schauplatz dafür ist der imposante Shanghai International Circuit, auf dem die Meisterschaft schon 2012 erstmals gastierte. Die WM ist schon seit Suzuka entschieden, in der Herstellerwertung herrscht sogar bereits seit Sonoma Klarheit. Noch offen sind allerdings zum einen die endgültige Reihenfolge bei den Privatfahrern sowie die Verfolgerpositionen in der WM-Gesamtwertung. Und dabei könnte auf dem Shanghai International Circuit eine Vorentscheidung fallen. Der Shanghai International Circuit liegt im Jiading-Stadtteil von Chinas größter Stadt Schanghai. Der Kurs wurde 2004 eingeweiht und richtet seither den Formel-1-Grand-Prix von China aus. Die FIA WTCC fährt zum zweiten Mal auf dieser Rennstrecke.


Foto: WTCC

Das an diesem Wochenende 32 Fahrzeuge starke Feld biegt also nach der "Schneckenkurve" nicht nach links ab, sondern nimmt rechts eine "Abkürzung" und spart sich die Fahrt um die Kurven fünf, sechs und sieben. Bei Kurve acht kehren die Autos auf den Kurs zurück und nehmen dort auch die rund einen Kilometer lange Gegengerade mit. Das Ergebnis ist eine Runde von etwa 1:55 Minuten. Und Gabriele Tarquini (Honda) ist ein erklärter Fan dieser Strecke: "Eine Runde dort ist sehr aufregend.", meint er. "Es gibt keine Randsteine, die Fahrbahn ist flach und sehr breit. Im Fernsehen dürfte es richtig gut aussehen. Denn am Ende der ewiglangen Geraden bremst man hart in eine langsame Haarnadel. Dort geht es meist immer sehr lebhaft zu", erklärt der aktuelle WM-Zweite. Gleich die erste Kurve gefalle ihm ebenfalls. "Das ist möglicherweise die längste Kurve im gesamten Kalender", sagt Tarquini über die enger werdende "Schneckenkurve". In dieser Passage, wie auch an anderen Stellen des Shanghai International Circuits, sind mehrere Linien möglich, was vor allem beim Start zu gewissen Vorfahrts-Problemen führen kann - die Rechtskurve mündet in eine Linkskurve.

Die WTCC-Saison biegt indes allmählich auf ihre Zielgerade ein. Und hinter Muller ist noch lange nicht klar, wer das Jahr als "bester Verfolger" beschließen wird. Tarquini (211) kämpft mit Tom Chilton (183) und James Nash (181) um den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Bei den Privatfahrern ist Nash (150) der Spitzenreiter vor Alex MacDowall (118) und könnte in Schanghai bereits alles klarmachen. Dort mischen übrigens noch ein paar alte Bekannte mit: Bei Nika-Chevrolet sitzt Rickard Rydell im Cockpit und gibt damit sein Saison-Comeback im Motorsport, nachdem er 2013 eigentlich eine Auszeit nehmen wollte. Ebenfalls mit dabei: Volvo. Polestar setzt den bewährten C30 von 2011 für den neuen STCC-Titelträger Thed Björk ein, ist damit in Schanghai aber nicht punkteberechtigt.


Foto: WTCC

Am Freitagmittag stand die Testsitzung auf dem Zeitplan und Yvan Muller im Cruze fuhr gleich mal wieder die Bestzeit mit 1:56,643 Minuten gefolgt vom Niederländer Tom Coronel im BMW 320 TC. Dahinter folgten die Chevrolet-Piloten Tom Chilton und Pepe Oriola. Auf Rang fünf lag der Lada Granta mit James Thompson. Die Deutschen Piloten, Marc Bassen im SEAT Leon WTCC, Franz Engstler auf dem BMW 320 TC und Rene Munnich im SEAT Leon WTCC belegten die Plätze zwölf, 21 und 24.

Im ersten freien Training am Samstagmorgen zeigte der Gaststarter Thed Bjork im Volvo C30 das er mit dem Chevrolet mithalten kann und unterbot die Bestzeit von Muller vom Freitag. Rang zwei und drei belegten Gabriele Tarquini im Honda Civic WTCC und Rickard Rydell im Chevrolet Cruze. Dahinter folgten Muller, Michelisz und Coronel. Die drei Deutschen Piloten, Basseng, Engstler und Munnich fuhren auf die Plätze 14, 15 und 21.


Foto: WTCC

Bei der zweiten freien Trainingssitzung rückte Muller im Chevrolet die Reihenfolge wieder zurecht und fuhr mit einer Zeit von 1:55,508 Minuten die Bestzeit vor dem Schweden Thed Bjork im Volvo C30 und Markenkollege Tom Chilton. Aber auch die anderen Cruze-Piloten legten stark nach und belegten die Plätze fünf, sechs und sieben. Franz Engstler fuhr sich mit einer Zeit von 1:56,574 auf Rang dreizehn gefolgt von Rene Munnich. Bei Mark Basseng blieb die Uhr bei 1:57,036 stehen und bedeutete Rang neunzehn.

Im elften Qualifying des Jahres holte sich der nun viermalige Weltmeister, Yvan Muller, bereits die siebte Pole-Position in dieser Saison. Und das wieder einmal mit einer Rekordrunde: In 1:53.486 Minuten war Muller nicht nur über drei Zehntel schneller als sein bester Verfolger, sondern unterbot die alte Bestmarke von Alain Menu aus dem Vorjahr um fast genau eine Sekunde. Entsprechend zufrieden zeigt sich der RML-Chevrolet-Fahrer mit seinem Abschneiden in Schanghai: "Eine gute Runde." Das Ergebnis täusche jedoch über die Situation auf der Strecke hinweg. "Ich musste mich wirklich strecken, denn ich hatte keinen Windschatten, sondern habe im Gegenteil eine ganze Gruppe angeführt." Doch auch ohne Windschatten war Muller erneut eine Klasse für sich.


Foto: WTCC

Satte 0,382 Sekunden nahm er seinem Teamkollegen Tom Chilton (RML-Chevrolet) ab, der auf der Strecke übrigens direkt hinter Muller gefahren war. "Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz", sagt Chilton. "Während der Qualifikation habe ich mein Setup nämlich dreimal umgebaut. Ich war einfach nicht zufrieden." Gegen Rekordchampion Muller war so natürlich kein Kraut gewachsen. Das musste auch Pepe Oriola (Tuenti-Chevrolet) erkennen, der sich den dritten Platz sicherte und den schnellsten Privatier, James Nash (Bamboo-Chevrolet), auf Rang vier verwies. Dessen Teamkollege Alex MacDowall (Bamboo-Chevrolet) und Gastpilot Rickard Rydell (Nika-Chevrolet) komplettierten das herausragende Ergebnis für die US-amerikanische Marke, die sämtliche Top-6-Piloten stellte.

Bester Nicht-Chevrolet-Fahrer war Norbert Michelisz (Zengö-Honda) auf Platz sieben, mit bereits über einer Sekunde Rückstand auf Muller. Dahinter: Ex-Champion Rob Huff (Münnich-SEAT) vor Gabriele Tarquini (Honda), Tiago Monteiro (Honda) und Franz Engstler (Engstler-BMW), dem bestplatzierten Deutschen. Marc Basseng (Münnich-SEAT) und Rene Münnich (Münnich-SEAT) wurden 15. und 22. Dazwischen landete Fredy Barth (Wiechers-BMW/20.), der mit dem Top-12-Shootout aber genauso wenig zu tun hatte wie James Thompson (Lada) auf Position 14. Der Brite zeigt sich "enttäuscht" von diesem Abschneiden: "Im Freien Training waren wir stets in den Top 10 zu finden. Irgendetwas stimmt also nicht mehr", so Thompson. "Wir müssen jetzt analysieren, was da genau vor sich gegangen ist."


Foto: WTCC

Ein positives Fazit darf indes Thed Björk (Polestar-Volvo) ziehen: Der WTCC-Gastpilot stellte den Volvo C30 bei dessen Comeback in der Meisterschaft auf Anhieb in die Top 10 von Q1, musste dann aber planmäßig die Segel streichen. Volvo fährt in Schanghai nämlich außer Konkurrenz. Für Björk, dessen Fahrzeug mit dem höchsten Topspeed überzeugte, bedeutet dies schlicht: Startplatz zwölf. Der zehnte Platz von Monteiro ist indes Gold wert: Der Honda-Fahrer startet im zweiten Rennen neben seinem Teamkollegen Tarquini aus der ersten Reihe. Eine geplante Zurückhaltung, um diese Ausgangslage zu erwischen? Monteiro winkt ab: "Bei so was verbrennst du dir leicht die Finger. Es ist schwierig, so was zu planen. Wenn du aber eh keine Chance hast, probierst du natürlich etwas."

Am Sonntagmorgen im Warm up fuhr Thed Bjork im Volvo C30 die schnellste Rundenzeit, gefolgt von Norbert Michelisz im Honda Civic WTCC und Fredy Barth im BMW 320 TC. Auf Rang vier lag Hugo Valente im SEAT Leonn WTCC. Franz Engstler fuhr mit seinem BMW auf Rang 20 mit einer Zeit von 1:57,155 Minuten.


Foto: WTCC

Tom Chilton überholt in der letzten Runde seinen Teamkollegen Yvan Muller und feiert auf abtrocknender Strecke seinen zweiten WTCC Sieg. Ein Regenschauer, der wenige Minuten vor dem Start über der Strecke niederging, stellte die Fahrer vor eine schwierige Reifenwahl. Einige - so auch Pepe Oriola und Rickard Rydell - wählten Regenreifen, während andere, wie das RML Duo und James Nash, auf Slicks setzten. Als der Regen nach wenigen Runden aufhörte, war klar, dass die riskante Wahl der Slicks die richtige Entscheidung war. Oriola und Rydell versuchten in den ersten Runden ihren Vorteil zu nutzen, mussten dann aber Postion um Position abgeben, wodurch das RML Duo und Nash an die Spitze kamen.

Da wegen des Regenschauers das Risiko bestand, dass das zweite Rennen erst in der Dunkelheit endet, entschieden sich die Stewards aus Sicherheitsgründen dafür, beide Rennen von 13 auf 10 Runden zu verkürzen. Das Feld startet bei abtrocknender Strecke hinter dem Safety Car. Nach drei Runden fuhr das Safety Car in die Boxengassen und es ging gleich zur Sache mit Überholmanövern und Kollisionen. Valente und Charles Ng gerieten aneinander; Valente sucht zur Reparatur die Box auf. Es gab in jeder Runde Überholmanöver. In der letzten Runde konnte Chilton Muller überholen und siegte vor seinem Teamkollegen und Nash und MacDowall überholen Oriola und kommen als Dritter und Vierter ins Ziel.


Foto: WTCC

Tom Chilton, RML (Sieger in Rennen 1): "Die Entscheidung für die Reifen war schwierig. Als ich in die Startaufstellung fuhr, fragte mich mein Ingenieur, wie ich darüber denke, und ich habe vier Minuten lang nicht geantwortet... Wir haben uns dann für Slicks entschieden, was in den ersten Runden sehr schwierig war. Oriola bestimmte auf den Regenreifen das Tempo und ich sah Rydell kommen. Und plötzlich, als habe jemand einen Schalter umgelegt, brachen die Regenreifen ein und wir holten auf. Yvan und ich haben dann den zweiten Teil des Rennens dominiert. Am Ende hat Yvan ein bisschen zu spät gebremst und kam von der Linie ab. Ich sah die Lücke und bin hineingestochen. Jeder andere Fahrer hätte wahrscheinlich die Türe zugemacht, aber er ist mein Teamkollege und hat darauf verzichtet. Dafür danke ich ihm."

Eine Cruze-Armada belegte in Rennen 1 vor 26.000 Zuschauern die ersten fünf Plätze auf dem Shanghai International Circuit., obwohl ein Regenschauer wenige Minuten vor dem Start die Karten neu gemischt hatte. Die beiden RML Fahrer setzten auf Slicks und gewannen. Pepe Oriola, der sich für Regenreifen entschieden hatte, versuchte alles, um die heranstürmenden Yvan Muller und Tom Chilton hinter sich zu halten, musste sich aber geschlagen geben.


Foto: WTCC

In Rennen 2 gelang Tiago Monteiro ein Start-Ziel-Sieg, bei dem er seinen Teamkollegen Gabriele Tarquini in Schach hielt, während Norbert Michelisz Rang drei verteidigte und so nach dem Solvakia Ring für den zweiten Dreifach-Sieg von Honda in dieser Saison sorgte. In der Fahrermeisterschaft rückt nun der Kampf um Platz zwei in den Mittelpunkt. Tarquini hat dabei 22 Punkte Vorsprung auf Chilton, James Nash liegt weitere sieben Punkte zurück. Nash gelangen zudem zwei Siege in der Yokohama Trophy, mit denen er sich den Titel fast schon gesichert hat. Sein Vorsprung auf seinen Bamboo Engineering Teamkollegen Alex MacDowall beträgt 41 Punkte; 43 Zähler sind noch zu vergeben.

Von den Fahrern, die in China auf sich aufmerksam machten, verdient Tom Boardman besondere Erwähnung. Er gewann in dieser Saison nicht nur seine ersten Punkte für die Fahrermeisterschaft, sondern fuhr auch zwei Mal auf das Podium der Yokohama Trophy. Als Tüpfelchen auf dem i überholte er gegen Ende von Rennen 1 im Kampf um Platz neun Michelisz und Monteiro. Mit einer Enttäuschung endete der einmalige Gaststart von Thed Björk und Polestar Racing Volvo. Obwohl Fahrer und Auto ein vielversprechendes Tempo gezeigt hatten, verdarben eine Startplatz-Strafe nach dem Qualifying und ein Elektrik-Problem am Start von Rennen 1 ein aufregendes Wochenende des schwedischen Teams.


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Tiago Monteiro, Castrol Honda WTC Team (Sieger in Rennen 2): "Ich bin sehr aufgeregt, denn ich hatte das seit langer Zeit erwartet, aber es ist immer etwas schief gegangen. Auf dieser Strecke hatte ich den Sieg nicht erwartet. Der Start von der Pole-Position aus eröffnete uns die Möglichkeit, aber ich wusste, dass es schwierig werden würde. Es war ein harter Kampf, denn Gabriele war mir in den ersten Runden dicht auf den Fersen. Ich musste während des gesamten Rennens am Limit fahren und Fehler vermeiden, denn er war direkt hinter mir. Ich war sehr zufrieden mit dem Auto. Drei Fahrzeuge auf dem Podium ist ein großartiges Ergebnis für Honda."

YS / CS / WTCC