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![]() WTCC startet in Monaz in die Sasion 2013 Muller holt volle Punktzahl ![]() Die lange Rennpause ist vorbei: Am Mittwoch erwachte die WTCC aus dem Winterschlaf und zeigte sich erstmals in diesem Jahr der Öffentlichkeit. Sowohl Fahrer als auch Fahrzeuge waren mit von der Partie, als sich die Meisterschaft im FIAT Industrial Village in Turin offiziell vorstellte. Nun ist alles bereit für den Saisonauftakt am Wochenende, bei dem insgesamt 25 Rennwagen an den Start rollen. Marcello Lotti (WTCC General Manager): "2013 ist ein Übergangsjahr, ehe wir 2014 die Evolution unseres technischen Regelwerks in die Tat umsetzen. Unser Ziel war, ein WM-würdiges Starterfeld zu haben, das sowohl Qualität als auch Quantität aufweist. Dieses Ziel haben wir erreicht wenn man die volle Boxengasse sieht. Ich denke, damit dürfen wir zufrieden sein. Ich möchte mich bei unseren Partnern und den Teams dafür bedanken, dass sie der Meisterschaft so viel Zuneigung entgegenbringen. Sie alle haben vieles auf sich genommen, um ihre Rennprojekte in die Tat umzusetzen. Und das trotz der weiterhin schwierigen Umstände in der Finanzwelt." ![]() Am Samstagmorgen stand für die FIA-WTCC das erste frei Training über 30 Minuten auf dem Programm. Bei sonnigen Wetter aber nur 10 Grad Lufttemperatur ging es in die Saison wie sie 2012 aufgehört hat. Im königlichen Park von Monza umrundete der Ex-Champion Yvan Muller (RML-Chevrolet) den 5,793 Kilometer langen Kurs in einer Zeit von 1:58,078 Minuten. Somit war der Weltmeister von 2008, 2010 und 2011 rund sieben Zehntel schneller als Tiago Monteiro (Honda) und Pepe Oriola (Tuenti-SEAT), die lediglich durch eine Tausendstel getrennt waren. Platz vier ging am Monza-Vormittag an Mullers Teamkollege Tom Chilton (RML-Chevrolet) vor Gabriele Tarquini (Honda) im zweiten Civic-Werksauto und dem bestplatzierten Privatfahrer, Alex MacDowall (Bamboo-Chevrolet). Auf Rang sieben die erste Überraschung der neuen Saison: James Thompson (Lada) fuhr im Freien Training von Anfang an konkurrenzfähige Zeiten und landete solide in den Top 10. Hinter dem Lada-Piloten klassierten sich Michel Nykjaer (Nika-Chevrolet), Tom Coronel (ROAL-BMW) und Weltmeister Rob Huff (Münnich-SEAT) unter den zehn schnellsten Fahrern, während Franz Engstler (Engstler-BMW) auf Platz zehn bester deutschsprachiger Vertreter war. Der Routinier aus dem Allgäu blieb in 1:59.976 Minuten jedoch klar hinter der Bestzeit von Chevrolet-Pilot Muller zurück. Die weiteren Deutschen im Feld, die beiden WTCC-Debütanten Marc Basseng (Münnich-SEAT) und Rene Münnich (Münnich-SEAT), reihten sich in ihrer ersten Session auf den Rängen 15 und 22 ein. Fredy Barth (Wiechers-BMW) und Norbert Michelisz (Zengö-Honda) erwischten zum Auftakt des Jahres keinen optimalen Start und landeten nach technischen Problemen auf den Plätzen 18 und 23. In Schwierigkeiten steckte auch Charles Ng imzweiten Engstler-BMW: Etwa zur Hälfte des freien Trainings knallte der Rennfahrer aus Hongkong mit seinem BMW 320 TC eingangs der Variante della Roggia nach einem missglückten Bremsmanöver in die Leitplanken, konnte sein demoliertes Fahrzeug aber noch in die Box zurückschaffen. Alle weiteren Fahrfehler gingen am frühen Morgen glimpflich aus. Gleich im ersten Freien Training kristallisierten sich zwei Schwerpunkt-Zonen für Missgeschicke heraus: die harte Bremszone am Ende der langen Zielgerade und die ebenfalls schwierige Bremszone vor der della-Roggia-Schikane. An beiden Stellen fuhren die Piloten gleich reihenweise geradeaus, konnten aber weiterfahren. Allerdings wurde ihnen bei Abkürzen die jeweilige Rundenzeit gestrichen. Dadurch entging Honda übrigens die erste Bestzeit des Jahres: Monteiro war schon in 1:57.752 Minuten über die Linie gegangen und hatte die Führung übernommen, ehe die Rennleitung ihr Veto einlegte und diese Rundenzeit strich. Als Erster hatte in Monza übrigens James Nash (Bamboo-Chevrolet) in 2:03.047 Minuten vorgelegt, wurde dann aber von Tarquini und Muller unterboten. ![]() Zur Mittagszeit stand das zweite freie Training der FIA WTCC auf der Formel 1 Rennstrecke von Monza an. Die zweite 30-minütige Trainingseinheit der WTCC endete nämlich damit, dass sämtliche Chevrolet-Autos an der Spitze des Klassements lagen. Und Ex-Champion Muller hatte um 0,789 Sekunden klar die Nase vorn. Mit seiner Zeit von 1:57.504 Minuten fuhr er einen inoffiziellen Rundenrekord. So schnell war die WTCC in Monza noch nie. Doch Yvan Muller (RML-Chevrolet) schien diese Rundenzeit im zweiten Freien Training mit Leichtigkeit zu fahren. Allerdings mit etwas Unterstützung durch seinen Teamkollegen Tom Chilton (RML-Chevrolet), der ihm auf den langen Geraden reichlich Windschatten spendete. Alex MacDowall (Bamboo-Chevrolet), Chilton, James Nash (Bamboo-Chevrolet) und Michel Nykjaer (Nika-Chevrolet) folgten ihm im Zehntelabstand auf den weiteren Top-5-Positionen. Und erst dann kam der Rest, angeführt von Gabriele Tarquini (Honda). Der italienische Lokalmatador kam in 1:58.819 Minuten über die Linie und blieb damit über 1,3 Sekunden hinter Muller zurück. Auf Platz sieben reihte sich WM-Titelverteidiger Rob Huff (Münnich-SEAT) als bester seiner Marke ins Klassement ein, Pepe Oriola (Tuenti-SEAT) folgte nur 0,069 Sekunden dahinter auf Position acht. Erneut in den Top 10 landete James Thompson (Lada) mit Platz neun, Fernando Monje (Campos-SEAT) sah das Ziel auf Rang zehn. Lediglich Platz elf gab es im zweiten freien Training für den besten BMW-Piloten, Tom Coronel (ROAL). Damit blieb der Niederländer aber immerhin vor Tiago Monteiro (Honda) und Norbert Michelisz (Zengö-Honda), die beide keine Windschatten-Runde drehten. Die deutschen Fahrer fanden sich in der "Generalprobe" vor dem ersten Qualifying der Saison im Hinterfeld wieder. Marc Basseng (Münnich-SEAT) erreichte in 1:59.861 Minuten den 17. Platz und war damit rund 2,3 Sekunden langsamer als Muller ganz vorn. Franz Engstler (Engstler-BMW) wurde auf Position 19 gewertet, Rene Münnich (Münnich-SEAT) als 23, knapp hinter Fredy Barth (Wiechers-BMW) auf Rang 21. Für Franz Engstlers Teamkollege, Charles NG blieb nur der letzte Platz. Während sich die meisten Teams in Windschatte-Übungen ergingen, kam es in Monza erneut zu einigen kleinen Zwischenfällen - erneut vor allem in den Schikanen. Meist blieb es jedoch bei harmlosen Verbremsern. Für ein bisschen mehr Aufregung sorgte WTCC-Debütant Basseng, als er sich in der Variante della Roggia drehte und kurzzeitig zum Stehen kam. Er konnte aber weiterfahren. Am Nachmittag stand dann für die FIA World Touring Car Championship das Qualifying auf dem Zeitplan. Im ersten Teil des Qualiying, dem Q1, lagen gleich vier Chevrolet Cruze an der Spitze, angeführt von Yvan Muller. Ausgerechnet der Weltmeister war im ersten Qualifying des Jahres schon früh außen vor. Genau gesagt: nach der ersten Minute. Im Gedränge auf den ersten Metern fuhr Rob Huff (Münnich-SEAT) in der Curva Grande ins Heck von Fredy Barth (Wiechers-BMW), als sich das Feld vor der Variante della Roggia zusammenschob. Huff kostete diese Aktion das rechte Vorderrad - und einen guten Startplatz. Um das havarierte Fahrzeug bergen zu können, ließ die Rennleitung die Qualifikation erst einmal unterbrechen. Mit etwas Verspätung starteten die verbliebenen 23 Piloten schließlich in das erste Zeittraining 2013. Übrigens auch Barth, dessen BMW 320 TC beim Crash mit Huff offenbar keine ernsthaften Beschädigungen davongetragen hatte. Der Schweizer konnte seine Fahrt fortsetzen. Huff zeigte sich in einer erste Stellungnahme bei 'Eurosport' angefressen: "Wenn das die Einstellung ist, die manche Leute hier an den Tag legen, dann wird es ein sehr aufregendes Jahr. Für mich war es jedenfalls kein idealer Auftakt in die erste Qualifikation der Saison", meint Rob Huff und erklärt: "Ich setzte mich neben Barth, doch er machte die Tür immer weiter zu. Es krachte und meine Aufhängung brach." ![]() Und es blieb turbulent, denn erst fuhr Marc Basseng (Münnich-SEAT) ins Kies der della-Roggia-Schikane, kurz darauf krachte es in Kurve eins: Aleksei Dudukalo (Lada) rauschte scheinbar ungebremst auf den scharfen Rechtsknick zu und schoss dabei seinen nichtsahnenden Teamkollegen James Thompson (Lada) ab. Das Ergebnis des heftigen Unfalls: zwei kaputte Lada-Granta-Autos. Während Dudukalo sofort zum Fußgänger wurde, gelang es Thompson jedoch, den waidwunden Lada zurück an die Box zu retten - übrigens an fünfter Stelle liegend. Vorn hatte sich bereits Muller breitgemacht. Der Ex-Champion, Erster in beiden Freien Trainings, war gleich zu Beginn der Einheit in 1:57.665 Minuten auf Platz eins gefahren. Gefolgt von seinen diversen Chevrolet-Markenkollegen. James Thompson und sein malträtierter Lada: Die Crew reparierte das Auto noch. Kurz vor Schluss machte Muller aber ernst: Bestzeit in jedem der drei Sektoren und eine klare neue Bestzeit - natürlich mit Rundenrekord. In 1:56.622 Minuten unterbot er die bisherige Bestzeit von 2012 um 1,3 Sekunden! Tom Chilton (RML-Chevrolet), sein neuer Teamkollege, klassierte sich 0,888 Sekunden hinter Muller auf Platz zwei, dahinter Michel Nykjaer (Nika-Chevrolet) und Alex MacDowall (Bamboo-Chevrolet). Neben den vier Genannten rückten Pepe Oriola (Tuenti-SEAT), James Nash (Bamboo-Chevrolet), Gabriele Tarquini (Honda), Darryl O'Young (ROAL-BMW), Marc Basseng (Münnich-SEAT), Thompson, Fernando Monje (Campos-SEAT) und Stefano D'Aste (PB-BMW) in den zweiten Teil des Zeittrainings vor. Allerdings nicht ohne eine weitere Schrecksekunde in der Parabolica-Kurve. Dort stupste Tarquini den SEAT von Rene Münnich (Münnich-SEAT) an, der erst nach rechts von der Strecke flog, dann ausgangs der schnellen Zielkurve links im Kiesbett strandete - glücklicherweise ohne ein anderes Fahrzeug zu berühren. Was Tarquini aber nicht davon abhielt, in Q2 erneut die Brechstange auszupacken: Vor Kurve eins steckte er die Nase seines Hondas ins Heck von Nash. Muller hielt sich indes schadlos und legte noch einmal nach. Dieses Mal brauchte der Ex-Champion nur 1:56.486 Minuten für eine 5,793 Kilometer lange Runde in Monza. Noch einmal fast zwei Zehntel schneller als in Q1. Nur wenig überraschend: Daran biss sich die Konkurrenz die Zähne aus. Und Muller konnte es sich sogar leisten, vorzeitig auszusteigen und die erste Pole-Position 2013 zu feiern. Die aus der Sicht der Muller-Gegner ernüchternde Reihenfolge auf den Plätzen: Chilton (+ 0,859 Sekunden), MacDowall (+ 1,199), Oriola (+ 1,347) und Tarquini (+ 1,460). Nash und Nykjaer in den weiteren Chevrolets beschlossen die Qualifikation auf den Rängen sechs und sieben, dahinter WTCC-Debütant Basseng, Havarist Thompson, O'Young (Pole-Position für Lauf zwei!), Monje und D'Aste. Große Enttäuschung dürfte nach diesem ersten Qualifying des Jahres nicht nur bei Weltmeister Huff (Startplatz 24) herrschen, sondern auch beim neuen Honda-Werksteam. Tarquini erreichte zwar Rang fünf, doch Tiago Monteiro (Honda) kam bei 2,5 Sekunden Rückstand nicht über Platz 15 hinaus. Noch härter erwischte es Norbert Michelisz (Zengö-Honda): Er wurde in Monza lediglich als 21. gewertet. Bei 4,1 Sekunden Abstand auf die Spitze beschloss der Ungar ein deutschsprachiges Trio im hinteren Feld: Wiechers-Pilot Barth, der nach dem Crash mit Huff zunächst noch gefahren war, konnte später aufgrund der Schäden nicht erneut ins Geschehen eingreifen und wurde 20. WTCC-Debütant Rene Münnich fuhr 3,3 Sekunden hinter Muller auf Platz 19. Franz Engstler belegte mit seinem BMW 320 TC Startplatz dreizehn. Als Aleksei Dudukalo realisierte, was geschah, war es schon zu spät. Und kurz darauf steckte die Nase seines Lada Granta auch schon in der Seite des Schwesterautos von James Thompson. Die Qualifikation verlief also nicht so, wie man sich es bei Lada vorgestellt hatte. Denn in diesem Moment waren beide Piloten nur noch Passagiere. Was aber ist in der ersten Kurve eigentlich genau passiert? "Das müssen wir uns erst einmal ansehen", sagt Dudukalo, genau wie Thompson augenscheinlich unverletzt geblieben. Fest stand: Der russische Rennfahrer kam im Windschatten eines Konkurrenten auf die erste Schikane zugeflogen und schoss dann seinen Lada-Stallgefährten ab, der gerade in den ersten Rechtsknick einlenkte. Scheinbar ungebremst ging es vonstatten, doch Dudukalo widerspricht. Als er aus dem Windschatten ausgeschert sei, habe sein Auto angefangen zu rutschen. "Wir hatten nach dem Freien Training ein etwas loses Heck. So war es auch in diesem Augenblick. Und so rauschte ich auf James zu. Ich bremste noch, hatte aber schier keine Zeit, um eine Entscheidung zu treffen." Der Crash war unvermeidlich und traf Thompson hart und vor allem natürlich unvorbereitet. Die Lada-Crew schaffte aber ein wahres Wunder und schickte das havarierte Thompson-Auto in Q2 erneut auf die Strecke. Startplatz neun für Rennen eins und Startplatz zwei für Rennen zwei waren das trotz allem erfreuliche Ergebnis. Und Dudukalo? Er war auf der Stelle außen vor, mit einem recht demolierten Lada. "Wir müssen uns das Auto jetzt erst mal anschauen", meint er. ![]() Dennoch gelang Thompson eine faustdicke Überraschung: Der britische Rennfahrer stellte seinen Lada Granta nicht nur in die Top 10 von Monza, sondern sogar auf den zweiten Startplatz für das zweite Rennen am Sonntag. Obwohl die Aerodynamik seines Autos nach dem Zwischenfall in der ersten Schikane sicher alles andere als optimal war. Entsprechen zufrieden zeigt sich Thompson, doch später wurde klar, das beide Autos aus Sicherheitsgründen nicht am Rennen teilnehmen werden. James Thompson (LADA Sport Lukoil): "1:58.669 Minuten. Meine Rundenzeit aus Q2 ist fantastisch. Während aller Trainings und auch während der Qualifikation haben wir uns stets solide in den Top 10 befunden. Das sind tolle Nachrichten. Wir beweisen Stabilität und Konstanz. Das ist wichtig, um Fortschritte zu machen. Diese Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg, denn sie bietet dir eine gute Grundlage, auf die man aufbauen kann. Wir werden weiter an der Balance des Autos und an anderen Bereichen arbeiten. Wir alle sind optimistisch." Yvan Muller (RML-Chevrolet): "Ich freue mich sehr. Vor drei Wochen hatten wir noch nicht gewusst, ob wir hier am Start sein würden. Jetzt stehen wir auf der Pole-Position. Danke an RML. Woher mein Speed kommt? Vielleicht bin ich wie ein guter Wein und werde besser, je älter ich werde." Alessandro Mariani (Honda-Teamchef): "Es war so ein verrücktes Qualifying. Wir sollten damit zufrieden sein, bei unserem ersten Auftritt in diesem konkurrenzfähigen Feld auf Platz fünf gelandet zu sein. In unseren wenigen schnellen Runden sanken unsere Zeiten kontinuierlich. Schade ist halt nur, dass Gabriele diese Strafe kassiert hat. Da wir kaum im Nassen getestet haben, scheint Besserung am Renntag nur bedingt in Sicht zu sein. Das Wetter wird ein Faktor sein, doch da sitzen alle im selben Boot. Wir freuen uns jedenfalls darüber, in diesem Jahr zu den Herausforderern in der WTCC zu zählen und holen Hoffentlich gleich zu Saisonbeginn Punkte." Fredy Barth (Wiechers-Sport): "Als ich aus der ersten Schikane kam, war niemand hinter mir, also konzentrierte ich mich auf meine Vorderleute. Und plötzlich macht es von hinten 'bumm!'. Ich hatte Rob Huff echt nicht gesehen." Rob Huff (AL-INKL.COM Münnich Motorsport): "Er zog dann halt von rechts nach links. Das Resultat war eine Kollision, bei der ich einen Schaden am rechten Vorderrad und Barth einen Schaden am linken Hinterrad davontrugen. Für uns beide war es das Ende der Qualifikation. Ich kann verstehen, wie es dazu kam. Er hätte mir vielleicht mehr Raum lassen können. Es ist aber halt passiert und das ist sehr enttäuschend." Nach dem Qualifying sprach die Rennleitung der WTCC die ersten Strafen des Jahres aus. Die "Übeltäter" sind Aleksei Dudukalo (Lada) und Gabriele Tarquini (Honda). Beide werden für das Verursachen von Kollisionen um jeweils fünf Startplätze nach hinten strafversetzt. Dudukalo hatte im ersten Abschnitt der Qualifikation seinen Lada-Teamkollegen James Thompson bei der Anfahrt zur ersten Schikane regelrecht "torpediert". Tarquini war in der Schlussphase von Q1 dem deutschen WTCC-Neuling Rene Münnich (Münnich-SEAT) von hinten ins Auto gefahren, was Münnich in einen Dreher gezwungen und ins Kiesbett befördert hatte. Tarquini wird durch die Strafe von Rang fünf auf Platz zehn zurückgeworfen, Dudukalo geht statt von Position 16 von Platz 21 in das erste Rennen des Jahres. Der erste Renntag der neuen Saison ist angebrochen. Und mit ihm kam der Regen nach Monza. Auf nasser Strecke fuhr Stefano D'Aste (PB-BMW) im 15-minütigen Warmup die beste Rundenzeit. D'Aste brauchte 2:18.263 Minuten für einen Umlauf im Königlichen Park, also etwa 20 Sekunden mehr als auf trockener Piste. Die weiteren Plätze gingen an Rob Huff (Münnich-SEAT) und Pepe Oriola (Tuenti-SEAT). Yvan Muller (RML-Chevrolet), der am Samstag souverän auf die Pole-Position gefahren war, wurde solider Vierter vor Marc Basseng (Münnich-SEAT), dem bestplatzierten WTCC-Neuling. Franz Engstler belegte mit eienr Zeit von 2:23,524 Rang sechzehn. Die rutschigen Bedingungen sorgten am frühen Vormittag dafür, dass zahlreiche Piloten in den Notausgang mussten. Bei vielen kleinen Zwischenfällen und Drehern kamen aber weder Fahrer noch Fahrzeuge zu schaden. ![]() Am Nachmittag stand das erste Rennen der Saison 2013 auf dem Programm. Bedingt durch den starken Regen wurde das Rennen hinter dem Saftey-Car gestartet. Bereits nach nur einer Runde scherte dieser aus und überließ Muller die Spitze - ging auf regennasser Strecke überraschend (fast) alles glatt. Nur Michel Nykjaer (Nika-Chevrolet) kam nicht gut durch die ersten Ecken und musste seinen Chevrolet nach nur einer Runde an der Box abstellen. Die restlichen 21 Piloten wühlen sich durch die Fluten. Und das gelang vor allem Muller und Chilton sehr gut. Das RML-Duo setzte sich sofort von seinen Verfolgern ab und bestimmte das Tempo im Königlichen Park. Dahinter beharkten sich die Fahrer, denn besonders die beiden Honda-Piloten Gabriele Tarquini und Tiago Monteiro machten Druck. Bereits nach wenigen Runden befanden sich der Italiener und der Portugiese sicher in den Top 10. Und dann überschlugen sich die Ereignisse: In Runde drei drehte sich erst Fredy Barth (Wiechers-BMW) ausgangs der Ascari-Schikane, kurz darauf lieferte sich Tarquini einen tollen Zweikampf mit WTCC-Debütant Marc Basseng (Münnich-SEAT). Gleich mehrfach berührten sich die Fahrzeuge der beiden Kontrahenten, ehe ihr Duell jäh gestoppt wurde: Ein Unfall hatte das Safety-Car reaktiviert. Stefano D'Aste (PB-BMW) war ebenfalls ausgangs der Ascari-Schikane abgeflogen. Der Italiener hatte den nassen Randstein berührt und war dann erst rechts, dann links eingeschlagen. Um die Unfallstelle abzusichern und das havarierte Auto bergen zu können, fuhr das Feld zwei Runden unter Gelb, ehe erneut Muller das Tempo vorgab. Beim Restart tat sich aber nichts an der Reihenfolge. Die siebte Runde verlief noch ruhig, doch in Runde acht bildeten sich allmählich wieder einige kleine Kampfgruppen. Mittendrin: Basseng, der vor der Variante della Roggia von Monteiro kassiert wurde. Und kurz darauf die Hiobsbotschaft für den deutschen Rennfahrer: Aufgrund eines Teamfehlers in der Startphase erhielt er eine Durchfahrtsstrafe. Beim Drei-Minuten-Signal war das Auto noch aufgebockt gewesen. Und es blieb turbulent: Darryl O'Young (ROAL-BMW) räuberte - wie Basseng - ausgangs der zweiten Lesmo-Kurve durch den Kies, während wenig später Pepe Oriola (Tuenti-SEAT) in Kurve eins erst geradeaus und dann gar nicht mehr fuhr. Der junge Spanier verlor einen aussichtsreichen vierten Platz an die Konkurrenz, als er ausstieg. So führten auf einmal drei Chevrolets vor zwei Hondas. Dabei blieb es auch. Zumindest auf den vorderen Rängen. Dahinter kam es sehr wohl noch zu einigen Verschiebungen. In der vorletzten Runde erwischte es beispielsweise Tom Boardman (STR-SEAT): Nach einer Kollision mit James Nash (Bamboo-Chevrolet) im Kampf um Platz acht ging seine rechte Vorderrad-Aufhängung ein. Und plötzlich tauchte auch der dritte Honda in den Monza-Top-10 auf. Norbert Michelisz (Zengö-Honda) hatte eine ähnlich starke Aufholjagd hingelegt wie Weltmeister Rob Huff (Münnich-SEAT). Aus der vorletzten und letzten Startreihe kommend, fand sich das Duo nach der um zwei Runden auf zwölf Umläufe verlängerten Distanz auf den Positionen sechs und acht wieder. Angesichts der schwierigen, weil regnerischen Bedingungen eine mehr als beachtliche Leistung. An Muller, Chilton, MacDowall, Tarquini und Monteiro auf den Rängen eins bis fünf kamen die Verfolger jedoch nicht mehr heran. Im ersten Rennen ohne Chevrolet-Werksteam gelang dem früheren Chevrolet-Werksteam RML ein lupenreiner Doppelsieg und dank MacDowall ergatterte Chevrolet im Königlichen Park von Monza einmal mehr einen Dreifach-Erfolg. Ein kleines Déjà-vu. ![]() Huff, Nash und Michelisz fegten hinter dem Spitzen-Quartett auf den Positionen sechs bis sieben über die Linie, Tom Coronel (ROAL-BMW) wurde Neunter. Den letzten WM-Punkt holte sich Barth, der sich nach seinem frühen Ausrutscher ebenfalls sensationell zurückmeldete. Knapp leer aus ging WTCC-Neuling Jean-Philippe Dayraut (Anome-BMW) als Elfter vor Fernando Monje (Campos-SEAT). Für die deutschen Fahrer gab es beim Auftaktrennen keine Punkte: Basseng wurde nach "Absitzen" der Strafe noch als 14. gewertet, Rene Münnich (Münnich-SEAT) erzielte Rang 16. Franz Engstler (Engstler-BMW) hatte zwischendurch die Boxengasse aufgesucht, da er mit Zündaussetzer zu kämpfen hatte und beschloss das erste Rennen des Jahres mit zwei Runden Rückstand als 19. ![]() Der zweite Lauf an diesem Wochenende fand am späten Sonntagnachmittg bei strömenden Regen stehend statt. Zunächst überlegte die Rennleitung, ob man nicht wie alle Rennen an diesem Tag hinter dem Safety Car starten sollte. Im nachhinein entschied man sich aber dafür, das Safty Car in der Boxengasse zu lassen. Zwei der Piloten Rob Huff (ALL-Inkl.com Münnich Motorsport) und Tom Boardman (Special Tuning Racing) mussten aus der Boxengasse starten. Bei Robert Huff hatte man zuvor das Getriebe gewechselt. Auf der Pole-Position befand sich Darryl O`Young (ROAL Motorsport), gefolgt von Marc Basseng (ALL-Inkl.com Münnich Motorsport) und dem Dänen Michel Nykjaer (Nika Racing). Der Start verlief ohne Probleme und Gabriele Tarquini (Honda Racing Team JAS), der von Rang fünf aus gestartet war, konnte sich sofort auf Rang zwei fahren. Aus dem hinteren Feld musste bereits einer der Piloten den Notausgang wählen. Gabriele Tarquini hatte nach der ersten Kurve bereits die Führung übernommen. Marc Basseng lag zu dieser Zeit auf Rang drei. Der Franzose Yvan Muller (RML) hatte bereits Plätze gut gemacht. Untedessen wurde Fredy Barth (Wiechers Sport) arg unter Druck gesetzt. Franz Engstler (Liqui Moly Team Engstler) befand sich bereits auf Rang sieben. Marc Basseng hatte sich im Verlauf der ersten Runde auf Rang zwei gefahren. Nach dieser Runde kam Gabriele Tarquini als Erster über Start und Ziel, gefolgt von Marc Basseng und Michel Nykjaer. Zu dieser Zeit musste Rene Münnich, der Teamkollege von Marc Basseng unfreiwillig die Box aufsuchen. Der Pole-Setter war unterdessen nach hinten durchgereicht worden. In der zweiten Runde hatte Fredy Barth einen Dreher zu verzeichnen. Trotz der schlechten Sicht war das Feld immer noch dicht beisammen. Alex McDowall (bamboo-engineering) hatte zuviel riskiert un musste durch den Kies. Da Jean Philippe Dayrout (ANOME), Stefano DÀste (PB Racing) und Alex McDowall viel zu schnell unterwegs waren, mussten sie wenig später den Notausgang nehmen. Yvan Muller konnte nachdem sein Vordermann Michel Nykjaer einen Quersteher zu verzeichnen hatte, an diesem vorbeiziehen. Danach entstand ein harter Kampf zwischen Marc Basseng und Michel Nykjaer um Rang drei. An der Spitze hatte sich Gabriele Tarquini leicht absetzen können. Franz Engstler war bis auf Rang zwölf zurückgefallen. Hinter dem Führenden Italiener hatte sich in der vierten Runde Yvan Muller gefahren, gefolgt von Marc Basseng. ![]() Ende der vierten Runde war Yvan Muller bereits im Windschatten von Gabriele Tarquini und konnte auf der Gegengeraden an ihm vorbeiziehen und führte damit das Feld an. Mehdi Bennani (Proteam Racing) erhielt zwischenzeitlich von der Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe wegen mehrmaligen Verlassenes der Strecke. Gabriele Tarquini auf Rang zwei fahrend hatte alle Hände voll zu tun, sich Marc Basseng in der sechsten Runde vom Hals zu halten. Dieser machte dann aber einen Fehler und musste den Notausgang nehmen. Dadurch hatte er nun Platz drei an Michel Nykjaer verloren. An der Spitze hatte sich Yvan Muller bereits mit 2,5 Sekunden auf und davon gemacht. Drei Runden vor Schluß wurde Gabriele Tarquini von Michel Nykjaer unter Druck gesetzt. Der Spanier Pepe Oriola (Tuenti Racing Team) war auch viel zu schnell unterwegs, mit der Folge das auch er den Notausgang nehmen musste. Rob Huff, der aus der Boxengasse gestartet war, hatte Boden gut gemacht und befand sich auf Rang elf. Zu dieser Zeit erhielt James Nash von der Rennleitung eine Verwarnung wegen Verlassens der Strecke. In der Schlußphase hatte Rob Huff zwei seiner Kontrahenten niederringen können und lag somit auf Platz neun. Hingegen hatte Franz Engstler nochmals zwei Ränge eingebüst und fuhr auf Rang vierzehn. ![]() Unterdessen war Michel Nykjaer an Gabriele Tarquini vorbeigegangen und nahm damit Platz zwei ein. Danach hatte der Däne aber einen Quersteher und verlor damit seinen zweiten Platz. Im Verlauf der achten Runde hatte Tom Boardmann zuviel riskiert und rutschte in den Kies. Zur gleichen Zeit hatte sich Michel Nykjaer auf Rang zwei gefahren. In diesem Moment hatte Pepe Oriola James Nash niedergerungen. In der letzten Runde ging es zwischen Gabriele Tarquini und Marc Basseng hart zur Sache. Immer wieder versuchte der Deutsche den Italiener in einen Fehler zutreiben um dann an ihm vorbeizugehen. Doch Gabriele Tarquini schlug ihm jedes Mal die Tür vor der Nase zu. Nach zehn Runden wurde Yvan Muller als Sieger abgewunken vor Michel Nykjaer und Gabriele Tarquini. Marc Basseng und Franz Engstler sahen das Ziel auf den Plätzen vier und dreizehn. Rob Huff und Tom Boardmann wurden auf den Plätzen zehn und 16 abgewunken. Hinter Tom Boardmann kam der Teamkollege von Franz Engstler Charles Ng über Start und Ziel. ![]() In der Meisterschaft führt Yvan Muller mit 55 Punkten vor Tom Chilton mit 32 und Gabriele Tarquini mit 28 Punkten. In der Yokohama Driver´s Trophy liegt James Nash mit 16 Punkte an der Spitze, gefolgt von Alex Mac Dowall mit 12 Punkten und Michel Nykjaer mit 11 punkten. Die Deutschen Piloten, Franz Engstler und René Münnich liegen mit vier und einem Punkt auf den Plätzen neun und elf. In der Teamwertung der Yokohama Trophy führt RML mit 33 Punkten, gefolgt von bammboo-engineering mit 13 Punkten. Die Plätze drei und vier belegen ALL-INKL.Com Münnich Motorsport mit 12 und Nika Racing mit acht Punkten. Tabellen: YS / CS / WTCC
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