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Timo Glock kommt mit BMW in die DTM
Fahrerkader bei BMW komplett

Timo Glock kehrt in die BMW Familie zurück und geht 2013 für BMW Motorsport in der DTM an den Start. Damit ist das Fahreraufgebot für die neue Saison komplett. Neben Glock besetzen DTM-Champion Bruno Spengler, Augusto Farfus, Joey Hand, Andy Priaulx, Martin Tomczyk, Dirk Werner und Marco Wittmann die Cockpits der BMW M3 DTM.

"Wir freuen uns sehr, Timo Glock wieder bei BMW Motorsport zu haben", sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. "Im Verlauf seiner Karriere hat Timo mehr als einmal bewiesen, wie wertvoll er mit seinem fahrerischen Können und seiner offenen Art für jedes Team ist. Dass er nun sechs Jahre nach seinem Engagement als Testfahrer für das BMW Sauber F1 Team in die BMW Familie zurückkehrt, macht seine Verpflichtung umso erfreulicher. Ich bin überzeugt, dass sich Timo rasch an die DTM gewöhnen und den Fans viel Freude bereiten wird."


Foto: BMW

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Glock startete seine Rennfahrer-Karriere im Rahmen der Formel BMW Nachwuchsförderung. 2000 gewann er den BMW ADAC Formel Junior Cup, ein Jahr später errang er in der Formel BMW ADAC Meisterschaft den Titel. 2004 gab er im Alter von 22 Jahren beim Großen Preis von Kanada sein Formel-1-Debüt. 2005 wechselte Glock in die nordamerikanische ChampCar World Series. Dort belegte er den achten Platz im Gesamtklassement und wurde als bester Neuling der Saison ausgezeichnet. Nach seiner Rückkehr nach Europa trat Glock in der GP2-Serie an – und gewann 2007 im zweiten Anlauf den Meistertitel.

Im selben Jahr feierte er nach seinen Lehrjahren in der Formel BMW sein Comeback bei BMW. Neben dem dreimaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel (DE) ging Glock als Testfahrer für das BMW Sauber F1 Team auf die Strecke. Dieses Sprungbrett nutzte er, um sich 2008 einen Stammplatz im Toyota F1 Team zu sichern. Drei Mal stand er für das japanische Team auf dem Podium, ehe er 2010 zu Virgin Racing, dem heutigen Marussia F1 Team, wechselte. Insgesamt absolvierte Glock 91 Formel-1-Rennen.

"Es ist sehr aufregend für mich, nach all den Jahren wieder für BMW zu fahren –noch dazu in einer solchen Top-Rennserie wie der DTM", sagt Timo Glock. "Ich hatte in der Formel 1 eine großartige Zeit, freue mich jetzt aber darauf, mit meinen alten Weggefährten von BMW Motorsport wieder um Siege zu kämpfen. Das ist der Anspruch, mit dem ich die Herausforderung DTM angehe. Natürlich weiß ich, dass ich mich in einigen Bereichen werde umgewöhnen müssen. Nicht jeder ehemalige Formel-1-Pilot hat sich auf Anhieb in der DTM zurechtgefunden. Aber gerade das motiviert mich. Dass der BMW M3 DTM alles mitbringt, damit wir auch 2013 vorne mitmischen können, steht nach dem beeindruckenden Titelgewinn im vergangenen Jahr außer Frage."

Im Rahmen von Testfahrten im spanischen Valencia konnte Glock am Mittwoch und Donnerstag erste Erfahrungen am Steuer des BMW M3 DTM sammeln und wusste auf Anhieb zu überzeugen. In den kommenden Wochen und Monaten wird er sich gemeinsam mit seinen sieben Fahrerkollegen intensiv auf die DTM-Saison 2013 vorbereiten, die am 5. Mai 2013 traditionell in Hockenheim beginnt.

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Im Interview spricht Glock über seine Beweggründe für den Wechsel, die Herausforderung, als ehemaliger Formel-1-Fahrer in der DTM zu bestehen, und seine ganz besondere Verbindung zur Marke BMW.

Timo, welchen Eindruck haben Sie in Valencia vom BMW M3 DTM gewonnen?

Timo Glock: "Es ist für mich als langjähriger Formelfahrer natürlich etwas ganz anderes, plötzlich im Auto ein Dach über dem Kopf zu haben. Zum Glück hat mir der BMW M3 DTM die Eingewöhnung aber leicht gemacht. Dasselbe gilt für die Teammitglieder von BMW Motorsport, die mich herzlich willkommen geheißen haben. Ich kannte noch viele Gesichter von früher, so dass ich mich sofort wieder zuhause gefühlt habe. Es hat großen Spaß gemacht. Allerdings weiß ich auch, dass ich noch arbeiten muss, um das richtige Gefühl dafür zu bekommen, wie man ein DTM-Auto am Limit bewegt. Der erste Test war ein guter Anfang. Ich habe mich jedenfalls auf Anhieb sehr wohl gefühlt."

Haben Sie in all den Jahren in der Formel 1 die BMW Familie immer im Auge behalten?

Timo Glock: "Ich habe natürlich verfolgt, was BMW im Motorsport gemacht hat. Zum einen wegen meiner sportlichen Vergangenheit in der BMW Familie als Meister in der Formel BMW ADAC und später als Testfahrer im BMW Sauber F1 Team. Zum anderen aber auch, weil ich schon von Kindesbeinen an regelmäßig mit BMW in Berührung gekommen bin. Mein Vater ist immer BMW gefahren, und ich habe als Kind Steve Soper, Johnny Cecotto und Co. in der DTM der 1980er und 1990er Jahre die Daumen gedrückt."

Was hat Ihnen BMW für Ihre Karriere mitgegeben?

Timo Glock: "BMW hat mir den Schritt aus dem Kart in den Formelsport ermöglicht. Die Verantwortlichen erkannten damals mein Talent. Sie haben mich gefördert und mir damit meine gesamte spätere Karriere ermöglicht. Ohne BMW hätte ich die finanziellen Mittel gar nicht gehabt, um mich durch die Nachwuchsklassen zu arbeiten. Das habe ich nicht vergessen. Auch deshalb war die Verbindung zu BMW immer intakt. Ich habe mir privat einen BMW gekauft und sogar bei Formel-1-Taxifahrten in Hockenheim darum gebeten, einen BMW M5 fahren zu dürfen, weil das so ein tolles Auto ist. Ich finde die Marke einfach klasse."

Was motiviert Sie als langjährigen Formel-1-Fahrer, in der DTM zu starten?

Timo Glock: "Es war nicht immer einfach, drei Jahre lang in der Formel 1 oft andere Fahrer von hinten beobachten zu müssen, die in besseren Autos manchmal einen schlechteren Job machen, aber trotzdem weit vor dir stehen. Du willst endlich mal wieder vorne mitmischen und bist hungrig auf gute Ergebnisse. Dieser Hunger ist im Laufe des Winters immer größer geworden. Jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, um mich zu verändern. Ich bin heiß auf die DTM."

In der DTM können Sie als Fahrer wieder den Unterschied machen?

Timo Glock: "Ganz genau, das werde ich auf jeden Fall gemeinsam mit den Teammitgliedern von BMW Motorsport versuchen. Mir ist klar, dass ich im extrem starken DTM-Fahrerfeld nicht auf Anhieb der Schnellste sein kann. Trotzdem bin ich fest entschlossen, alles zu lernen, was ich brauche, um in der DTM erfolgreich zu sein."

Was macht den Reiz der DTM aus?

Timo Glock: "Die Leistungsdichte auf höchstem Niveau in der DTM ist faszinierend. In jedem Qualifying und in jedem Rennen wird um Tausendstelsekunden gekämpft. In der Formel 1 ist es unter den Spitzenteams ähnlich, aber das Leistungsgefälle zwischen den Teams ist viel größer. Im Prinzip war mein Teamkollege mein einziger Anhaltspunkt. Jetzt setze ich mich selbst dem Druck aus, mich in einem viel ausgeglicheneren Feld beweisen zu müssen. Mir ist bewusst, dass es selten ein Formel-1-Fahrer geschafft hat, sich in der DTM durchzusetzen. Ich will beweisen, dass ich es anders machen und irgendwann um Siege kämpfen kann. Ob mir das gelingt, wird die Zeit zeigen. An Motivation fehlt es jedenfalls nicht."

Welche Ziele haben Sie für ihre DTM-Debütsaison?

Timo Glock: "Auch wenn ich zunächst einmal extrem viel lernen muss, möchte ich natürlich Punkte sammeln und nach Möglichkeit um Podestplätze kämpfen. Augusto Farfus hat 2012 gezeigt, welchen Weg man als Neuling gehen kann. Das spornt mich an. Ich möchte das Optimum aus meinem Paket herausholen und für die Marke BMW die bestmöglichen Ergebnisse einfahren."


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Wie sehr freuen Sie sich auf die Nähe zu den Fans in der DTM?

Timo Glock: "Sehr. Ich habe 2005 in meinem Jahr in den USA Fannähe kennen und lieben gelernt. Die gibt es in der DTM auch. So wie sich die DTM für die Fans öffnet, kann sie auch ein Vorbild für die Formel 1 sein, in der wir Fahrer immer sehr stark abgeschottet werden und den Fans kaum etwas zurückgeben können."

Sie werden 2013 nur noch zehn statt 20 Rennen absolvieren. Inwieweit ändert sich dadurch Ihr Alltag?

Timo Glock: "Wenn man in der Formel 1 ein Siegkandidat ist, dann macht es einem nichts aus, drei oder vier Wochen am Stück unterwegs zu sein. Aber wenn du keine großen Perspektiven hast, zehrt der Stress schon extrem am Körper. Das wird in der DTM etwas weniger werden, aber trotzdem erwarte ich ein hartes und intensives Jahr. Ich werde jede Minute zwischen den Rennen darüber nachdenken, wie ich noch besser werden und mich bestmöglich vorbereiten kann."

BMW-Presse